La couronne

Die fünfte Armposition

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Wenn Prinzessin Aurora im Rosen-Adagio von «Dornröschen» in Balance steht, wenn sie die Hände ihrer vier Bewerber jeweils für einen kurzen Moment loslässt, um in erhabener Ruhe­ auch ihren zweiten Arm über dem Kopf zu runden, dann ist das, vielleicht weil es derart selten in Perfektion geschieht, ein Moment echter Magie. «Bras en couronne» heißt die Armhaltung und zeigt uns die zukünftige Königin, die aus dem 16-jährigen Geburtstagskind einmal werden wird.

Obwohl nicht einmal sicher ist, ob diese Pose von Marius Petipa stammt oder der Rolle erst später von einer Interpretin hinzugefügt wurde, ist sie an dieser Stelle ein schönes Beispiel für die einfache und doch heute über die Bewunderung für technische Kunststückchen vergessene Symbolik im formalisierten Bewegungskanon des klassischen Balletts. Vielleicht könnte man mit unserem #MeToo-gestärkten Selbstbewusstsein sogar mal darüber nachdenken, warum Auroras königliche Pose genau in den Sekunden passiert, wenn sie nicht von einem Mann gestützt wird.

«Dann gibt es eine bemerkenswerte Position der Arme, mit den Händen in einer Krone, die den Kopf zu schmücken scheint. In dieser Position sind die Hände in Halbkreisen über den Kopf ...

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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Jahrbuch 2020, Seite 20
von Angela Reinhardt

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