Kinderwelt
Kein Zweifel, das «Kind» ist in die Jahre gekommen. Eurudike De Beul kurvt zwar quietschvergnügt auf einem winzigen Fahrrad über die kleine Waldlichtung, die zum Schauplatz keineswegs nostalgischer Erinnerungen wird. Aber das äußere Erscheinungsbild samt Strickweste und rotem Kleidchen kann sich nie komplett mit ihrer Rolle decken, selbst wenn die gestandene Sängerin und Schauspielerin das kindliche Gehabe grandios verinnerlicht.
Es bleibt stets ein Rest, der die Identifikation so zwischen Wahn und Wirklichkeit verortet, dass die eigenartige Spannung fortbesteht – und man am Ende beunruhigt, wenn auch bestens unterhalten den Ort der Uraufführung, das Grand Théâtre de Luxembourg, verlässt.
Gerade das ambivalent Albtraumhafte hat noch keiner Performance des belgischen Tanz-Theaterteams Peeping Tom geschadet. Im Gegenteil. Nach «Vader» (tanz 7/14) und «Moeder» (tanz 11/16) gelingt Gabriela Carrizo und Franck Chartier auch der Abschluss der Familientrilogie bildhaft bewegt und so verstörend virtuos wie das Erfolgsstück «33 rue Vandenbranden». Täuschend echt ist der düstere Wald, hinter dem bisweilen riesig groß ein blutroter Mond aufzieht. Stöckelte da nicht zwischendurch ein Reh auf ...
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Tanz Juli 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz
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CD des Monats: Tangos for Yvar
Das war ein Konzert, wie es zuvor noch keines gab: 88 Tangos aus 30 Ländern wurden am 14. April 1985 beim «North American New Music Festival» uraufgeführt – und zwar auf Grund einer Initiative von Yvar-Emilian Mikhashoff. Der war nicht nur einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Klaviermusik, sondern ein überaus aktiver...
Ein Tanz-Tableau wie von Oskar Schlemmer. In «Patterns in ¾» verortet Edward Clug seine Tänzer so im Raum, als handelte es sich um eine erste Bühnenprobe des «Triadischen Balletts», das 1922 genau an dieser Stelle uraufgeführt worden ist. Noch kommt keins der berühmten Kostüme zum Einsatz, die gegenüber vom Theater, in der Staatsgalerie Stuttgart, aufbewahrt...
