Jenseits

Die Roboter tanzen in Japan unter der Maske von Marylin Monroe– devot, fast schüchtern und so artig, wie es nur Männer mögen können.

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Seit dem Kinoerfolg von «I Robot» – er handelt von humanoiden Haushältermaschinen, in deren Reihen eine «terroristische Fehlkonstruktion» Unterschlupf findet – erkennt man den gemeinen Roboter daran, das er stabil auf zwei Beinen steht und sich so devot verhält wie ein schüchternes Frauenzimmer aus dem 19. Jahrhundert. In Japan verehrt man weibliche Unterwürfigkeit, man betet sie geradezu an. Es ist aber nur scheinbar eine «Rückkehr zu alten Werten» – hier, wo der Westen nur ein Abziehbild sein muss.

Die «Dancing Machine» mit dem Monroe-Gesicht, präsentiert bei der jüngsten Roboterausstellung in Tokio, ist schickliche 1,65 m klein und lässt sich lediglich führen. Ein Netzwerk von Sensoren sorgt dafür, dass sie die Tanzbewegungen ihres Partners erkennt und darauf reagiert. Sie ist nicht auf Walzer oder Tango programmiert – Tanzen muss man selber können, um das Produkt der Tohoku-Universität zu genießen.
Nun will niemand einen Roboter als Tanzpartnerin kaufen (die Leasing-Rate pro Jahr würde knapp 140 000 Euro betragen). Es geht dem Geld gebenden Honda-Konzern vielmehr darum, dass Männer bei Robotern fürchten, ihnen unterlegen zu sein. Anders als bei Motoren müssen Robotor, die den ...

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Tanz Februar 2006
Rubrik: Jenseits, Seite 74
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