...jan fabre
Man muss weit reisen, um seinen eigenen Nachbarn zu treffen. Jan Fabres «Prometheus Landschaft II» tourt und tourt, drei Ausstellungen des Künstlerchoreografen sind derzeit gleichzeitig zu sehen: Durch seine große Einzelausstellung «Hortus.Corpus» kann man im berühmten Kröller-Müller-Museum in den Niederlanden spazieren. In Wien zeigt das Kunsthistorische Museum «Die Jahre der Blauen Stunde». In Venedig ist in der Nuova Scuola Grande di Santa Maria della Misericordia sein jüngstes Werk ausgestellt.
Als «Pietas» steht ein Ensemble aus fünf riesigen Skulpturen in feinstem Carrara-Marmor auf einem gewaltigen Deckel aus Goldfolie. Vier Skulpturen zeigen das menschliche Hirn in enormer Vergrößerung, allegorisch angereichert um einen Baum, ein Kreuz und um rücklings liegende Schildkröten. Die fünfte Skulptur ist tatsächlich eine Pietà wie die von Michelangelo. Nur dass Mutter Maria hier ein Skelett ist und das Jesuskind das Bild des Künstlers selbst. Wohl kein Zufall, dass dieses Werk ausgerechnet in der Schule der barmherzigen Mutter Maria steht.
Trotz seines anhaltenden Erfolgs in der bildenden Kunst ist Fabre nie von der Performance abgerückt. Zuletzt entstand «Prometheus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2011
Rubrik: Traditionen, Seite 48
von Pieter T’Jonck
Im brut-Theater in Wien war Dschungelcamp. Russische und österreichische Performer trafen sich unvorbereitet letzten Winter für zehn Tage, jetzt im Juli folgen sie der Gegeneinladung zu TsEKh, der einzigen zeitgenösssischen Bühne in der Zehn-Millionen-Metropole Moskau und seinen 150 Theatern. Zeitgenössisch ist keine russische Linie, dafür spielt Wien Europas Tor...
Für eine Heilige wärees das ungünstigste Rating, nach amerikanischen Maßstäben die Sünde selbst. «XXX» ist nicht jugendfrei. In Halle und Dortmund, den bislang einzigen Tourorten dieses frei produzierten Tanzoratoriums, durfte man auch unter 18 rein, weil sich zumindest choreografisch die Barockmusik von Domenico Scarlatti und Georg Friedrich Händel durchaus...
...findet, «man kann über die Festivalisierung unserer Kultur schimpfen, aber tatsächlich sind fokussierte Veranstaltungen die Initiationsriten der zeitgenössischen Kunst». Der Grund für ihre Milde ist ihr Zorn. Österreichs biennale Tanzplattform gibt es nicht mehr. Sie sollte im Herbst in Wien stattfinden. Die sich bewusst international adressierende...
