Hoffnungsträger: Ursina Tossi

16 Tanzakteure mit den besten Aussichten

Tanz - Logo

Die gebürtige Heidelbergerin ist 46 Jahre- alt, ausgebildet unter anderem in Ludwigshafen und Arnhem, ausgezeichnet beim Wiener «ImPulsTanz»-Festival und eine Zeitlang als Residenzchoreografin auf Kampnagel in ihrer Wahlheimat Hamburg angesiedelt, wo sie – genau wie in NRW – mehrfach und erfolgreich eigene Arbeiten gezeigt hat. Auf ihrer Homepage bezeichnet sie sich außerdem neben «dance artist» und «choreographer» auch als «feminist», «friend & lover», «mother» und «researcher».

Richtig durchstarten konnte Tossi erst in der vergangenen Saison: mit «Blue Moon», einem so lustvollen wie bösen Stück, das den Mythos des Werwolfs (beziehungsweise in diesem Fall: der Werwölfin) feministisch anreicherte. «Blue Moon» entwickelte sich so zur Feier des Begehrens, des Hungers und der Lust, die sich in Keuchen, Schnaufen, Scharren manifestierte. Und in übergriffigem Verhalten gegenüber dem Publikum, im Schnappen und Stoßen: Tanz, wie Tossi ihn versteht, ist auch eine gefährliche Kunst. Und schon alleine weil sie einem diese der Kunst innewohnende Gefährlichkeit mal wieder in Erinnerung gerufen hat, macht einem Ursina Tossi Hoffnung; dass Stücke wie «Blue Moon» darüber -hinaus auch noch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 175
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Fake

Was mit kleinen Blockpartys an den Rändern von New York begann, hat mittlerweile die Kunstwelt revolutioniert. Von High Fashion über die Oper von Paris bis hin zu großen Getränke- und Kleidungsmarken: Alle schmücken sich mit der «Authentizität» und dem Lebensgefühl der Hip-Hop-Bewegung. Bei der nächsten Olympiade soll es sogar Breaking als Sportart geben, mit...

Tanz der Selfies

Prolog

Einmal dem haarrissigen alten Firnis nahe sein, einmal die marmorne Kühle, die Aura des Originals spüren. Nachts, wenn alles schläft, niemand wacht. Wenn der Traum die Herrschaft übernimmt, die Wirklichkeit erlischt … «In the day nothing matters, it’s the night time that flatters», besang Laura Branigan in den 1980er-Jahren in «Self Control» die...

Parkett International: New York City

Merce Cunningham hat das Gesicht des modernen Tanzes nachhaltig verändert. Zwar löste sich seine Company 2011, zwei Jahre nach seinem Tod, auf; der Merce Cunningham Trust dagegen organisierte in diesem Jahr tatkräftig zahlreiche Veranstaltungen zum 100. Geburtstag seines Namenspatrons. Und das im internationalen Maßstab: Kompanien in den USA, Kuba und Frankreich...