der lehrer: laurent chetouane
Ihr Workshop bei der diesjährigen «Tanzwerkstatt Europa» läuft unter dem Titel «Ethik einer Bewegung». Was kann man sich darunter vorstellen?
Mich fasziniert die Figur der Antigone, weil es unmöglich ist, sie heute darzustellen. Ausgehend von dieser Figur bin ich auf Jacques Lacan und die Frage des Begehrens gestoßen. Das Begehren und die Ethik sind für Lacan zwei Begriffe, die zusammengehören. Für ihn ist Antigone eine Person, die ihrem Begehren folgt.
Wie kommt man davon auf Tanz?
An dem Punkt, an dem Bewegung eine Notwendigkeit besitzt, aber anfängt, unerklärlich zu werden, weil sie nicht in ein formales Muster, eine Schule oder Ästhetik passt, die man erkennt, auch nicht psychologisch erklärbar ist. Es gibt eine Lust an dieser Bewegung, die extrem präzise und notwendig ist, man kommt aber nicht dahinter, warum sie gemacht wird. Auch das Bewusstsein ist für mich eine Frage der Ethik.
Inwiefern?
Ein Performer muss sich dessen bewusst sein, dass er angesehen wird und dass er zurückblickt. Die Relation zwischen dem Betrachteten und dem Betrachtenden infrage zu stellen, das ist für mich auch eine Frage der Ethik, damit man sich nicht einfach dem Bild hingibt. Wie eine Dauerreflexion, ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: praxis, Seite 74
von Katja Schneider
...und Marc Leßle halten die Kölner auf Trab. Nach dem Tanzhaus interim, das die Szene als einen unlauteren Vorstoß gegen die Realisierung eines eigenen Tanzhauses ansah – ohne dass irgendjemand das endlich mal wahr macht –, sind die beiden Avantgardisten schon wieder fündig geworden, diesmal im Stadtteil Deutz. Ein «Zentralwerk der Schönen Künste» nennen sie ihren...
3sat, www.3sat.de
11. Juni, 22.20h: «Taxi-Tänzer», Film von Carmen Eckhardt
13. Juni, ab 21.45h: Tanzfilme, u. a. der Spielfilm «Am Wendepunkt» mit Mikhail Baryshnikov, «Dirty Dancing auf Sächsisch», «Die Bauchtanzwelle» sowie «Tanzträume», eine Dokumentation über die Kinder der Staatlichen Ballettschule Berlin
arte, www.artepro.com
11. Juni, Kulturmagazin...
Ist der erste artiste associé des Festivals «Montpellier Danse». Kurator Jean-Paul Montanari wünschte sich offenere, neue Formen, und Hoghe weiß, wie’s geht. Mit «Les après-midi de Raimund H.» empfängt er an sechs Nachmittagen das Publikum und wird Filme, Musik oder Künstler vorstellen, die ihm am Herzen liegen. Improvisieren ist erlaubt, ausdrücklich: «Ich will...
