Digital Natives
Der Duft von Pfannkuchen. Die Art, wie der Wind riecht. Wie die Diele knarzt. Wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt. Wen wir zum Reden suchen, wenn wir in Sorge sind. Mit wem wir Freude teilen, wenn sie zu viel ist für einen allein. Ein Gericht. Der Gruß des Nachbarn. Ein Lied. Dass der Bäcker weiß, welches Brot wir lieben. Wie wir feiern. Die Chefin der Buchhandlung, die uns kennt. Wie wir reden. Wie wir fluchen. Das Haus, in dem wir einst die Kleinen waren und es bleiben, selbst, wenn wir groß sind. Eltern. Der Dialekt, den man nur dort pflegt, wo sie wohnt. Die Heimat.
Vertrautes im Unvertrauten
Heimat hat viele Gesichter. Meint Räume, Zeiten, Wahrnehmungen, Menschen. Viel besungen, viel bedichtet, politisch missbraucht, ideologisch instrumentalisiert – all das trifft auf sie zu. Sie hat einen präzisen Ort und hat doch keinen. Zunächst einmal ist sie nur ein Wort. Wie wir es auslegen – behaglich oder voller Unbehagen, begrenzt oder total flexibel –, das wird von unserer Prägung bestimmt. Heimat ist ein Buzzword geworden. Getriggert durch Impulse aus unterschiedlichen Diskursen, unterschiedlichen Ursachen. Heimat heute? In einer Gesellschaft, die von Mobilität, Migration ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Eroberer, Seite 96
von Nic Leonhardt
Martin Schläpfer, eine Frage an den Tanzkünstler: Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Körper, ist er Ihnen Heimat?
Martin Schläpfer: Oha …
… Sie schmunzeln?
Wenn ich tanze und physisch alles stimmt, was – außer bei Hans van Manens «The Old Man and Me» – in letzter Zeit so war, fühle ich mich als Tanzender sehr wohl, ja.
Was macht dieses Gefühl aus?
Ich meine es nicht...
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter...
«Wir brauchen dringend einen Ort, um unseren Bestand (Kostüme, Bühnenbilder, Mobiliar, also unsere ganze Geschichte der letzten 30 Jahre) für einen vorübergehenden Zeitraum von sechs Monaten einzulagern. Wenn Sie von einem kleinen Schuppen, Zimmer, Haus oder einem geschlossenen Raum wissen, mit Alarmsicherung und zu einem menschenfreundlichen Preis, dann helfen Sie...
