Digital Natives
Der Duft von Pfannkuchen. Die Art, wie der Wind riecht. Wie die Diele knarzt. Wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt. Wen wir zum Reden suchen, wenn wir in Sorge sind. Mit wem wir Freude teilen, wenn sie zu viel ist für einen allein. Ein Gericht. Der Gruß des Nachbarn. Ein Lied. Dass der Bäcker weiß, welches Brot wir lieben. Wie wir feiern. Die Chefin der Buchhandlung, die uns kennt. Wie wir reden. Wie wir fluchen. Das Haus, in dem wir einst die Kleinen waren und es bleiben, selbst, wenn wir groß sind. Eltern. Der Dialekt, den man nur dort pflegt, wo sie wohnt. Die Heimat.
Vertrautes im Unvertrauten
Heimat hat viele Gesichter. Meint Räume, Zeiten, Wahrnehmungen, Menschen. Viel besungen, viel bedichtet, politisch missbraucht, ideologisch instrumentalisiert – all das trifft auf sie zu. Sie hat einen präzisen Ort und hat doch keinen. Zunächst einmal ist sie nur ein Wort. Wie wir es auslegen – behaglich oder voller Unbehagen, begrenzt oder total flexibel –, das wird von unserer Prägung bestimmt. Heimat ist ein Buzzword geworden. Getriggert durch Impulse aus unterschiedlichen Diskursen, unterschiedlichen Ursachen. Heimat heute? In einer Gesellschaft, die von Mobilität, Migration ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Eroberer, Seite 96
von Nic Leonhardt
Es ist die vorerst letzte Choreografie, die Lin Hwai-min für sein Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, 1973 in Taipeh begründet, geschaffen hat: keine Bilanz seiner bisherigen Arbeit, sondern eher ein Abbild seiner Heimat, symbolkräftig überhöht und zugleich doch so bodenständig wie der vorgestellte Tanz. Durch Erfahrungen mit Ballett, Martial Arts und Meditation...
Mit «Peeping Eye» stellte sich der 21-jährige niederländische Tänzer Louis Thuriot Anfang des Jahres bei einem Gastspiel am Staatstheater Mainz vor. «Peeping Eye» heißt so viel wie «mit voyeuristischem Blick etwas anschauen». Das taten dann vor allem die Zuschauer. Denn das Duo von Louis Thuriot, das er zusammen mit Borna Babic einstudierte, überzeugt nicht nur mit...
Unter den vielen klugen, charmanten Momenten des Duetts «The Way You Look (at me) Tonight» gibt es eine Szene, in der die schottische Tänzerin Claire Cunningham ihrem amerikanischen Kollegen Jess Curtis erklärt, wie man eine Krücke am besten auf dem Boden justiert, um mit den Beinen – schwups – um sie herumzuschwingen oder die Hand so geschickt an die Gehhilfe...
