Die Tanzoper
Der anhaltende Barockboom fördert immer neue Oper-Kostbarkeiten zu Tage. Hier Vivaldi, da Rameau. Man kommt aus dem archivarischen Staunen kaum noch heraus. Manches freilich lag teilweise auch zu Recht im Regal. Für anderes fehlten Ideen für die Umsetzung. Das brave Bemühen auf historische Tänze spezialisierter Wissenschaftler machte mit ein wenig Hüftwackeln und Kopfnicken diese umständlichen Mehrstünder nicht erträglicher. Doch so wie die alten Musikzöpfe zum Comic Strip wurden, so fanden plötzlich auch die Choreografen an den vermeintlich kaugummiartigen Divertissements Gefallen.
So mancher, wie etwa der Iraner Amir Hosseinpour, wurde so vom Bewegungs-Zuarbeiter für den Regisseur Nigel Lowery zum Partner und schließlich auch zu eigenen Kreationen von renommierten Opernhäusern eingeladen. Andere wie Blanca Li bei «Les Indes Galantes» in Paris waren gern mal Mittäter, fanden hier hippes Kaleidoskop vielfältigster Tanzrhythmen und wirbelten es entsprechend durcheinander. In Zürich zeichnete Heinz Spoerli gleich für diese ganze Rameau-Oper verantwortlich, in London inszenierte und vertanzte der barockaffine Mark Morris Rameaus köstlichen Krötenquatsch «Platée». Und so für ...
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Liebe Freunde!
Ich möchte hier in aller Kürze Gesichtspunkte zum «Raum im Theater» zusammentragen und vorschriftswidrig übereinander legen. Das Verständnis vom Raum, wie wir ihn kennen, besteht im Verhältnis unserer Wohnung mit ihren durchaus bekannten Ausmaßen zu den unbekannten. Das eine ist Teil des anderen, wie wir wissen. Wir ertragen das Unbekannte durch das...
Teppiche waren ursprünglich Reproduktionen von Gärten: der Garten ist ein Teppich, auf dem die ganze Welt ihre symbolische Vollkommenheit erreicht, und der Teppich ist so etwas wie ein im Raum mobiler Garten. Sagt Michel Foucault.
Als der Teppich in der Mitte des Probenraums lag, war er sofort unser Spielfeld. Wir suchten uns einen Ausgangspunkt und fingen an,...
Der Zirkus ist in der Stadt. Die archaischste aller noch vorhandenen mobilen Bühnenräume hat zwar ein paar Nachteile: lange Aufbauzeiten, gewaltige Transportkosten und nicht immer die schönsten Standorte. Aber noch immer lockt ein Vorteil: Diese Bühne ist «meine» Bühne. Jede Inszenierung ist auf den eigenen Raum passgerecht abgestimmt.
Ohne die leiseste Assoziation...
