Die Lehrerin: Marie-Geneviève Massé
Madame Massé, Sie sind als Choreo-grafin, Forscherin und Lehrende auf Barocktanz spezialisiert und haben gerade bei den «Potsdamer Musikfestspielen» eine ausgesprochen spritzige Inszenierung von André Campras «L‘Europe galante» choreografiert. Wie kamen Sie zum Fach? Eher zufällig. 1980 hatte ich meine klassische Ausbildung gerade hinter mir, da veranstaltete Francine Lancelot eine Audition. Sie war die Pionierin des Barocktanzes und hatte staatliches Geld für die Gründung einer Kompanie ergattert.
Damals gab es aber nicht einen einzigen Tänzer in Frankreich, der sich auf Barocktanz verstand. Also musste Francine erst einmal einen Workshop organisieren, und am Ende machte sie dann die Audition.
Was hat Sie daran interessiert?
Gar nichts! Meine Eltern meinten: «Du liebst doch die Barockmusik, also solltest du da mal hingehen.» Und weil ich zumindest manchmal eine gehorsame Tochter war … ging ich hin. Und wurde genommen.
Wann wurde Leidenschaft daraus?
Ich war auf Anhieb fasziniert von der Beziehung zwischen Musik und Bewegung. Im Barocktanz gibt es nicht wichtige und weniger wichtige Elemente. Alles ist von gleicher Wertigkeit – und das Ganze hat die Präzision eines Schweizer ...
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Tanz August/September 2018
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Dorion Weickmann
Pläne der Redaktion
Die Ruhrtriennale geht in ihre nächste künstlerische Drei-Jahres-Phase: mit Intendantin Stefanie Carp und Regiemelanchomiker Christoph Marthaler
Das neue Stück von Clemens Setz folgt den Spuren einer verstorbenen Putzhilfe: «Die Abweichung», der Stückabdruck
Die Redaktion muss erstmal ausspannen und ist ab 27. August wieder erreichbar
Das...
Vor der Kantine der Deutschen Oper plätschern geschwätzig die Wasserspiele, die Sonne scheint, der Sommer glüht über Berlin. Dennoch hat die Stadt den Stimmungsvorhang heruntergelassen, wirkt müde und deprimiert. Es ist Tag 1 nach dem Debakel bei der Fußball-WM: «Gegen Südkorea hätte das deutsche Team nicht ausscheiden dürfen, aber offenbar hat die Dynamik nicht...
CD des Monats: La bien-aimée
Er hat über ein Dutzend Ballette geschrieben, und einige davon sind nach wenigen Vorstellungen wieder verschwunden. Darunter auch «La Bien-Aimée», von Ida Rubinstein 1928 bei Darius Milhaud in Auftrag gegeben. An der Musik kann es nicht gelegen haben. Vielleicht am Solo-Instrument. Milhaud verwendete bei seinem Einakter (auch unter dem...
