brilliant corners
Vor sieben Jahren begann Emanuel Gats Stern über Europa zu leuchten. Für «Le sacre du printemps» verwandelte der Israeli seine Interpreten in Salseros. Dann folgte eine bemerkenswerte «Winterreise». In diesen Anfangserfolgen war der Tod ein ständiger Begleiter. Gat konnte da noch so sehr beteuern, dass auch in Israel ganz normale Stücke entstehen können, es war eben doch nicht zu übersehen, dass die besonderen Bedingungen des Alltags mit seinen alles beherrschenden Konflikten und seinen räumlichen und mentalen Grenzen allen Versuchen widerstanden, sie einfach auszublenden.
Gats Wille, dies irgendwie zu schaffen, führte schließlich dazu, dass er seine Kompanie in Frankreich etablierte.
Wie er weiterhin darum kämpft, sich choreografisch vom israelischen Kontext zu befreien, das war in diesem Jahr bei «Montpellier Danse» deutlich zu erkennen: Jean-Paul Motanari stellte Tel Aviv in den Fokus des Festivals. Die heute etablierte Generation israelischer Choreografen praktiziert mehrheitlich eine Kunst, die das Verhältnis zwischen Einzelnem und der Gemeinschaft erörtert. Als Jugendliche erfuhren sie in der Regel den Volkstanz als kollektives Vergnügen, das die Gruppenbildung fördert, dem ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn
...befindet sich stets auf der Grenze zwischen Tanz und bildender Kunst. Das verleiht ihren Arbeiten immer eine große formale Strenge. Und es lässt sie mit Präsentationsformen experimentieren, vor allem der Installation. Nun entwirft sie ihre bislang komplexeste Tanzinstallation: mit sechs Tanzsoli, einem Videolabyrinth und einer Klangkulisse. «Fern» rückt das...
Fast klingt es wie die Geschichte einer Obsession: die Suche nach Symmetrie. Bei ihm begann sie vor fünf Jahren inmitten des üblichen Trubels um physische Verausgabung in Luftnummern und am Boden sinnlicher Tatsachen. Keine Berührungsangst vor dem Unbekannten, keine Furcht vor Entblößung sollte die Sicht versperren. Jess Curtis nummeriert seine Studien bis «#22»,...
Sie scheint nicht zu altern, ist so schlank wie eh und je, unter dem Pony strahlt sie mit dem bekannten lausbubenhaften Gesicht, ihre langen Beine und Arme sind so elastisch und biegsam, dass man glauben möchte, sie seien aus Gummi. Man muss es sich immer wieder in Erinnerung rufen: Hier tritt keine jugendliche Göre auf, sondern eine 46-jährige Frau.
Sylvie Guillem...
