zeitsprünge
Royston Maldoom prophezeite: «Ihr tretet eine Lawine los.» Gregor Zöllig und sein Team traten die Lawine los. Der Starchoreograf der Community-Dance-Bewegung war auch Taufpate des ersten «Zeitsprung»-Projekts des Tanztheaters Bielefeld. Gregor Zöllig hatte ihn als Coach engagiert. Der Brite sollte ihm und seinem Team erklären, wie so etwas geht: ein Tanzprojekt mit 120 Amateuren. Damals, 2007, inszenierte der Bielefelder Tanzchef gerade die «Vier Jahreszeiten» mit seinem zehnköpfigen Ensemble.
In Anlehnung an die Premiere für die Profis wollte er dasselbe auch als Laienprojekt realisieren. Nach fünf Wochen tanzten vier Generationen «Vier Jahreszeiten»: Die Laien zwischen acht und achtzig Jahren verkörperten Frühling (Senioren), Sommer (Schüler), Herbst (Lehrer) und Winter (Kinder). Der Erfolg war überwältigend. Auch das Urteil des Meisters: «Great piece.»
Zöllig ahnte noch nicht, wie treffend – im Positiven wie im Negativen – er den Projekttitel «Zeitsprung» gewählt hatte: «Ein Zeitsprung bedeutet den Sprung in den Ausnahmezustand – das Leben wird durcheinandergewirbelt.» Dass damit auch sein eigenes gemeint sein könnte, hatte er nicht bedacht. «Beim ersten Projekt sind wir noch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Ballettdirektor als Arithmetiker: In Hagen multipliziert Kompanieleiter Ricardo Fernando die Choreografen zum Abend «drei-mal-tanz», rechnet viel Minimal Music, wenig Aussage und große Liebe zur Schönheit im Tanz zusammen – und erhält trotz Mängeln ein Plus im Ergebnis.
Faktor eins: Marcelo Moraes. Der Solist des Ensembles hat sich für sein zweites Tanzstück...
Man muss lesen, was man zu sehen nicht erträgt. Dazu fordert der Schauspieler auf und lässt die Handpuppen sinken. Also Blättern im Programmheft: «Auf der Leinwand ist zu sehen, wie Wayne mit einer Zange die Finger des Jungen abschneidet. Dean steckt die Faust in den Arsch des Jungen, und mit der anderen Hand würgt er ihn. Er lutscht am schlaffen Schwanz des...
Patrick de Bana ist ein in Hamburg geborener Choreograf mit nigerianischen Wurzeln. Am Wiener Staatsballett bot ihm der neue Hausherr, Manuel Legris, ein erstes abendfüllendes Ballett an. Legris sah ihn nämlich im letzten Frühjahr tanzen: mit Agnès Letestu in dem von Bana selbst kreierten Pas de deux «Marie Antoinette». Diesen hat Bana nun zu einer weiß Gott...
