Yehudit Arnon

Die große Dame des israelischen Tanzes im Gespräch

Yehudit Arnon,
2005 verlieh Ihnen Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz für ihre Pionierleistung, in Israel eine Tanzszene geschaffen zu haben. Sechzig Jahre zuvor wurden Sie aus Auschwitz befreit. Als Sie sich im KZ weiger­ten, zu Weihnachten für die Nazis eine Show hinzulegen, wurden Sie gezwungen, das Fest über barfuß im Schnee auszuharren. Und Sie schworen sich: Wenn ich das überlebe, widme ich mein Leben dem Tanz. Ihr Lächeln ist immer noch das einer Zwanzigjährigen geblieben und in «Dahlia bleu» von Tal Beit-Halachmi stehen Sie mit 80 noch vor der Kamera.

Sie hören nie auf. Nun, nach sechzig Jahren Tanz, wollte ich als Achtzigjährige wirklich aufhören, aber dann kam Tal und bat mich, an ihrer Kreation für Montpellier Danse mitzuwirken. Ich kann live nicht mehr auftreten, da ich mich mit Gleichgewichtsstörungen herumplage. Es ging nur im Video. Aber die Atmosphäre hier auf dem Festival bei meinem Freund Jean-Paul Montanari ist so überwältigend, dass ich doch wieder Lust habe weiterzumachen. Die Frage ist nur: Was kann ich noch tun? (lacht) Ich kann nicht mehr allein reisen, mein Mann oder meine Tochter müssen mich begleiten. Einige meiner frühen Schüler aus unserer Schule im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 62
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wo ist dein Antrieb?

Warum tanze ich? Was ist meine Motivation? Der Frage, warum ein junger Mensch in einem Tanzberuf arbeiten will, gehen Stimuli voraus, die er oder sie meist schon im ersten Kontakt mit dem Tanz erfährt. Der Besuch einer Tanzvorstellung, die Eindruck machte, eigene körperliche Erfahrungen, Tanz, der in Schulen vermittelt wird, oder der Unterricht in einer...

Papa, ich will tanzen!

Warum anfangen?

Die Stereoanlage. Das Wohnzimmer. Eltern und Geschwister sind ausgegangen. Okay, die Musik ist viel zu laut. Dafür kommt sie ganz gewaltig: die Ahnung von Freiheit. Der Arm schwingt. Der Kopf knallt zur Seite. Das eine Bein springt. Das andere hinterher. Da ist er, der von unzähligen Generationen gefürchtete Virus. Das Kind bewegt sich. Frei....

Emanuel Gat: «Rite of Spring», «K626»

His shaved head, pronounced brow, his piercing eyes and warm smile, make for a disarming combination of looks and intention. In no uncertain terms, the Israeli-born choreographer is making people take notice. At 37, Gat is gaining international recognition for his choreographic work. In his new­est evening-length work for 11 female dancers, “K626,” Gat turns to...