Y . Ivanenko: «Das Bildnis des Dorian Gray»

Kiel

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Kiels Ballettdirektor Yaroslav Ivanenko versteht sich auf zerrissene Helden der Weltliteratur. Nach «Eugen Onegin» (tanz 12/19) hat er sich nun Oscar Wildes «Das Bildnis des Dorian Gray» vorgenommen – heißt: Bereits im Herbst sollte die Inszenierung herauskommen, was die Pandemie vereitelt hat. Im Februar hat das Stück dann immerhin die Feuertaufe der Generalprobe bestanden, aber auf die Premiere musste man verzichten.

Jetzt richten sich die Hoffnungen auf die ersten Juni-Tage, bis dahin lässt sich die Inszenierung aufzeichnungshalber intern besichtigen und erweist sich als reizvoll verschlackte Adaption der Romanvorlage. Denn Ivanenko konzentriert sich auf das Beziehungsgeflecht, in das sich Dorian Gray tief und tiefer verstrickt: Trunken von der Schönheit des Gemäldes, das der Maler Basil Hallward von ihm anfertigt, erliegt der junge Mann den Einflüsterungen eines zynischen Aristokraten, treibt seine Geliebte in den Freitod und ermordet schließlich den Porträtisten, als der entdeckt, dass anstelle seines Modells dessen Konterfei altert. Kompositionen von Tschaikowsky, Schostakowitsch und Ludovico Einaudi begleiten die stimmungsvolle Choreografie, die das Drama geschickt zu raffen ...

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Tanz Juni 2021
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Dorion Weickmann

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Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische
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