Worauf hört der Tanz?

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Das 20. Jahrhundert beherrschten Streit und Krieg. Die Anlässe waren oft absurd. Ist Musik das Wesentliche der Oper oder nur Zierrat? Müssen nicht vielmehr Wort und Sinn dominieren? Und der Jazz? Galt lange Zeit als Gebrauchs­musik, die nur der Untermalung oder Begleitung von Tänzern diene. Das war 1942. Der Intendant Clemens Krauss («Prima le parole – dopo la musica!») und der Komponist Richard Strauss («Prima la musica – dopo le parole!») schrieben ihren Kampf als «Konversationsstück für Musik» auf. «Capriccio» hieß es, in dem nur der Tanz ungeschoren davon kam.

Hier ein kurzer Dialog zwischen dem Komponisten Flamand und dem Grafen, der das Wort verteidigt. Soeben ist die Tänzerin, die alle angafften, unter großem Applaus von der Bühne abgegangen:

«DER GRAF: ‹Auch hier, lieber Freund Flamand, müssen Sie gestehen, ist Ihre Kunst nicht die Herrscherin, sondern nur eine – allerdings köstliche – Beigabe.›
FLAMAND: ‹Ein bezaubernder Irrtum! Ohne Musik würde es niemand sich einfallen lassen, auch nur ein Bein zu heben. Musik ist eine erhabene Kunst! Nur unwillig dient sie dem Trug des Theaters.›»

Schon haben sie sich in den Haaren: Tanz ist Trug? Musik ist Trug! Und die Hand­lung: ...

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Tanz Oktober 2006
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

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