willem schulz
Er wirkt an seinem Cello wie ein Tänzer, traut sich auf der Bühne, den Stachel seines Instruments in den Bauch der Tänzerin zu bohren. Willem Schulz ist ein Berserker, erotischer Partner des Tanzes, ein Nachdenklicher. Wir sind in einer ehemaligen Krankenhauskapelle in Bielefeld. Hier will er seinen Cellozyklus «Auferstehung VI» spielen. Er bittet um 24 Stunden Einstimmung auf diesen außergewöhnlichen Raum. Es ist still. 24 Stunden lang, die wir gemeinsam verbringen. Um zwischendurch dieses Interview zu führen.
Sie haben ein extrem physisches Verhältnis zu Ihrem Instrument. Eigentlich wie ein Tänzer. Was hat Sie als Cellisten zu einem so enorm physischen Spiel gebracht?
Ich interessiere mich dafür, «Live»-Musik zu sehen, nicht zu hören. Das Optische fasziniert mich mehr als das Akustische. Weil es so viel erzählt von den Menschen, wie sie sich verhalten, zu ihrem Instrument, zum Stück. Ob die Musiker nun müde in ihrem Stuhl liegen und etwas herunterspielen oder vorn auf der Stuhlkante sitzen wie Tiger – zum Absprung bereit. Dann fand ich es immer ganz unglaublich, dass es bei Orchestern einen Menschen gibt, der eine Tanzperformance mit dem Rücken zum Publikum absolviert. Was ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Für ihn ist «La Péri» die Nummer eins – darum steht Friedrich Burgmüllers Ballettouvertüre am Anfang der CD «My Favourite Ballet Music» (Deag Music), die ein paar Lieblingstitel des Berliner Ballettintendanten vereint. Neues ist nicht dabei, Zeitgenössisches schon gar nicht. Aber die «sehr persönliche Auswahl» lässt immerhin den Geschmack erkennen, mit dem die...
1893 brachte Dr. Oetker das Backpulver an die Hausfrau. Bis dahin gab es nur Mehl. Zum ersten Mal wurde massenhaft ein Produkt angeboten, von dem die Kundinnen gar nicht wussten, dass es ihnen gefehlt hatte. Es war die Geburtsstunde des Marketings. Was für «Backin» funktionierte, klappt auch für den Tanz. Seit sich 4,8 Millionen Briten zum Tanz bekennen, genauso...
Bei der Pressekonferenz letzten November kamen ihr fast die Tränen. «Meine Energie kann ich endlich auf die Kreation richten», sagte sie, anstatt sich weiter «im Überlebensmodus» ständig mit Organisieren und Terminen herumzuschlagen. Jeder Choreograf kennt diese Plage. Dabei hat niemand der Kanadierin hier ein Paradies versprochen. Aber so ein Angebot habe sie noch...
