wiesbaden: stephan thoss «made in love»
«Made in Love» steht auf dem Etikett des jüngsten Dreier-Abends am Hessischen Staatstheater. Wäre dieser ein Pullover, sähe sein Rumpfteil dank vertracktem Muster super aus, ein Ärmel erschiene kurz und gut, der andere dagegen halblang und verzogen. Diesen fehlerhaften Abschnitt hat Giuseppe Spota geliefert, Tänzer im Ensemble, der inzwischen auch als Choreograf aktiv ist, sogar wettbewerbspreisgekrönt. In «Abi/Tiamo» aber verliert er sich im selbst entworfenen Bühnenbild.
Die Menschen behindern sich mit Wänden, meint er laut Programmheft, also stellt er Wände hin: gebogen, verschiebbar, mal mit Durchgang, mal ohne. Wird es umgerannt, mutiert so ein Ding zum Brücklein, das unter den Tänzerschritten unfreiwillig scheppert. Mann und Frau, Frank Fannar Pedersen und Ayumi Sagawa, haben manchmal ein eiliges Duett. Sie geht dabei zu Boden. Die Hast treibt sie auseinander, zumal da häufig auch noch sechs Ablenker herumquirlen mit gespenstisch geweißten Gesichtern. Sie gehören vielleicht zu der hinten auf einem weißen Riesenrock thronenden Frau. Die Mutterkomplexfee, umsäuselt von Phil-Glass-Streichern.
Ballettdirektor Stephan Thoss beglückt vorneweg mit zwei neuen Stücken, für die er ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Melanie Suchy
So sieht Kahlschlag aus: 2014/15 wird der britische Arts Council fast ein Viertel seines Budgets einbüßen. Die einflussreiche staatliche Förderorganisation muss dann mit 350 statt 450 Millionen £ auskommen, weshalb kulturelle Einrichtungen landauf landab schon jetzt Proteststürme entfachen. Hunderte von Museen, Galerien und Theatern befürchten nicht nur eine...
on tour_________
australian dance theatre
In Europa reißen sich die Spielstätten um seine Gastspiele, daheim aber bezahlt das Australian Dance Theatre für Auftritte selbst und trägt alle finanziellen Risiken. Vor zwei Jahren wurde der Leiter der Kompanie, Garry Stewart, in das Nachschlagewerk der «Fifty Contemporary Choreographers» aufgenommen. Dass er diese Ehre...
Geblendet, schließt der Zuschauer erst einmal die Augen. Kaum dass er sie wieder öffnet, sieht er sich konfrontiert mit einer anderen Welt. Die Bühne ist eingedunkelt, der Boden spiegelglatt. Von hinten fällt das Licht wie gefiltert auf unzählige Silberkabel, an denen Myriaden von Mikrofonen hängen. Vielfach geschichtet, wirkt die Installation von Anette Hachmann...
