Was ist schön?
Spaziert man vom Dresdner Hauptbahnhof zum Deutschen Hygienemuseum, also vom Symbol der verlässlichen deutschen Pünktlichkeit zur Weihestätte des deutschen Gesundheitsgebots (Unpünktlichkeit und andere Unreinlichkeiten hasst der deutsche Small Talk), gelangt man zuerst in die Mary-Wigman-Straße, durchmisst die Gret-Palucca-Straße, streift die Dore-Hoyer-Straße, um in einen schönen Park zu gelangen. Hier stellt das Museum der deutschen Hygienekunst noch bis Januar 2011 die Frage: «Was ist schön?».
Der lange Flur drinnen wurde verspiegelt, das Licht so gedimmt, dass keiner sich selbst anstarrt. So schön ist man ja nicht, schön ist auch die Ausstellung nicht: Wartesaal-Atmosphäre, Pappkartons, überall Videoscreens. Schön ist das Ballett.
Aber warum? Der für Schulklassen organisierte Parcours zur Schönheit beginnt in etwa da, wo frühere Jahrhunderte die Schönheit vermuteten, bei den Kurtisanen, den Geishas der Europäer, zwischen die ein kultivierter Kurator auch die Solotänzerin Lola Montez geschmuggelt hat, weil sie die Mätresse von Ludwig I. von Bayern war. Schön ist erst, wer von vielen begehrt wird. Und? Wird die Ballerina begehrt?
Eine Schautafel – Quelle: Dr. Sommer, «Bravo» – ...
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