Was denkt Valentina Divina
Was ich denke, oder glaube, ist, dass Tanz als erste und älteste Kulturtechnik jedem Menschen zur Verfügung steht. Wenn er sie nutzt, setzt sie Kräfte frei, egal ob professioneller Tänzer oder interessierter Laie. Kräfte, von deren Existenz wir vorher vielleicht keine Ahnung hatten, die aber in vielen Bereichen von Nutzen sein können. Für professionelle Tänzer und Künstler ist dies große Verantwortung. Und eine noch größere Chance. Tanzbewegungen, die gesellschaftlich verankert sind, haben in Deutschland mit Eintritt der Moderne seit der Wende vom 19. ins 20.
Jahrhundert Tradition – denken wir an die Querverbindungen zwischen Ausdruckstanz und Wandervogelbewegung, zwischen Emanzipationsbestrebungen und solistischem Frauentanz usw. – und sie verlaufen in Wellen. Gerade erleben wir, dass Tanzen in jeder Form wieder populär wird. Ein Grund sind Ergebnisse auch der neueren Hirnforschung, die das Potenzial des Tanzes für die Erweiterung und die Modifikation unseres Wissens über das Denken bestätigen – kurz gesagt: Bewegung fördert die Intelligenz. Oder: Tanzen macht schlau. Ein anderer ist unsere wachsende Hilflosigkeit gegenüber den verheerenden Konsequenzen sozialer Vernachlässigung ...
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Auch im Tanz geht es immer häufiger darum, Erwartungen zu enttäuschen und Laborsituationen zu schaffen, die das Publikum herausfordern und verunsichern. Wenn diese Tendenz in William Forsythes Arbeit verstärkt wahrzunehmen ist, seit der institutionelle Rahmen des Ballett Frankfurt weggekürzt wurde, erscheint es, als wäre das neuerliche Experimentieren wie ein...
Am 15. Dezember 2006 jährte sich zum zwanzigsten Mal der Todestag Serge Lifars. Schon zum dritten Mal seit 1986 widmete die Opéra de Paris dem ersten männlichen Étoile ihrer Geschichte eine getanzte Hommage. Doch weit mehr als Tänzer, war Lifar Mentor, Erneuerer, Choreograf und Theoretiker. Sein Pech war, dass seine Blüte in die 1930er und 40er Jahre fiel und dass...
Feed a dancer
«Feed» nennt Jeremy Wade sein Solo, das er in der Berliner tanzfabrik uraufgeführt hat. Das Solo mutet an wie ein durchgeknallter Live-Comic-Strip. Der Tänzer im schwarzen Slip verwandelt sich sekundenschnell. Er wird zum niedlichen Hündchen, zur verzweifelten Kreatur. Dazu läuft eine verzerrte Version des Hits «Nothing compares 2 you». Ein Tanz der...
