warschau

krzysztof pastor «casanova w warszawie»

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Ein Libertin, der sich selbst adelt, konnte John Cranko nicht geheuer sein. Er überließ Casanova lieber seinem möglicherweise erfundenen Schicksal und beauftragte Janine Charrat, dessen Liebesabenteuer zu illustrieren. 1969 erlebte «Casanova in London» an der Bayerischen Staatsoper seine Uraufführung, ein Ballett zu einer Auftragsmusik von Werner Egk, die inzwischen ebenso das Zeitliche gesegnet hat wie deren Interpretation: vergeben und vergessen.

Ein Schicksal, das Krzysztof Pastor «Casanova w Warszawie» ersparen will.

Immerhin hat Casanova das Gezeigte tatsächlich in Warschau erlebt. Auch soll das abendfüllende Bio-Ballett in zwei Akten das 50-jährige Jubiläum des Teatr Wielki noch eine lange Weile überdauern – ganz so wie die Musik, die der Direktor des Polnischen Nationalballetts und Hauschoreograf von Het Nationale in Amsterdam «zeitgenössischen» Werken Wolfgang Amadeus Mozarts entnommen hat. Von Jakub Chrenowicz animierend dirigiert, hat sie hier etwas vom Lebenselixier eines Mannes, der auch in Polen nicht eine Nacht lang seine Lenden lahmen lässt. Selbst ein Duell mit dem Grafen Branicki kann ihn nicht groß aufhalten. Verwundet schleppt er sich am Ende des Balletts in ein ...

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Tanz Oktober 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Hartmut Regitz

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