violet kid
Da fehlt einfach ein «N». Das neue Stück von Hofesh Shechter, «Violet Kid», zeigt keine lilafarbenen Kinder, sondern es geht um Gewalt, violence, violent kids. Oder glaubt man das zu schnell? Hat man ihnen nur das «N» – wie «no» – weggenommen? Aberzogen? Zu Beginn stellen sich die 14 Tänzer des New Yorker Cedar Lake Contemporary Ballet in einer Reihe auf: einfache Kleidung, T-Shirts, karierte Hemden, lockere Hosen, unprätenziös. So stehen sie da mit hängenden Armen, wie Kinder. Eine männliche Stimme aus dem Off überlegt auf Englisch: «Rede ich zu viel?».
Sie denkt hin und her: «Du musst dich endlich entscheiden, egal, ob du es magst oder nicht.» Dann: «A good kid is a quiet kid». Pause. «Vielleicht hätte ich dann mehr Freunde.» Das unsichtbar tönende Wesen zögert viel beim Reden, bis andere Stimmen vorschlagen, was man so alles noch tun und lassen sollte. Vor allem: «I need to simplify things.»
Vielleicht wollte der Choreograf auch ein wenig kapitulieren vor der Verständlichkeit von Bewegung und etwas lieber mit Worten deuten. Aber genau diese Taktik kommentiert er ja selbst: weniger reden. Seine Einleitung spielt durchaus clever mit diesen Bedeutungsebenen. Das innere Stimmchen des ...
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Tanz November 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Melanie Suchy
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