Vorschau
im november: politik_________
Überall in der Republik steht der Kulturhaushalt – auf unerträglich wackeligen Beinen. Bundeshilfen wie die «Doppelpass»-Initiative verdeutlichen erst recht die Tiefe des Grabens zwischen Künstlern und den einst für sie geschaffenen Institutionen. Lediglich 2,5 Prozent (!) des gesamten Berliner Kulturhaushalts fließen an die Freischaffenden. Bereits die Kosten der Tarifsteigerung für die Mitarbeiter der Berliner Opernstiftung sind um ein sattes Drittel höher als das, was die gesamte freie Szene Berlins bekommt.
Der Konflikt hat sich zugespitzt. Und ist nur einer von vielen. Auf der Suche nach einer Kulturpolitik für morgen.
Berliner Freiheit: «The Thing I am» von Toula Limnaios
im dezember: verstehen_________
Das Zeichen kennt nicht jeder. In der Sprache der Gehörlosen stehen die beiden über dem Handteller kreisenden Finger für das Wort «Tanzen». Dass die Gebärdensprache auch Choreografen fasziniert, mag sein. Aber was, wenn Gehörlose selber tanzen wollen? Und was, wenn Blinde selbst ein Ballett sehen möchten? Wie ist der Umgang mit solch eindeutig legitimen kulturellen Bedürfnissen? Staunen wir über die Kraft der Widersprüche.
«Tar and Feathers» ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: impressum, Seite 80
von
Die Wüste ist ein Ort des Wandels, ist ständig in Bewegung. Und für jedes menschliche Wesen, das sich in sie hineinwagt, bedeutet Stillstand gleichsam den sicheren Tod. Naturmetaphern hat der Bremer Choreograf Helge Letonja zur Versinnbildlichung von Grenzen gewählt. Den Abschluss seiner Trilogie zum Thema Migration, «DisPLACING Future», nennt er «The Desert». Zur...
Zur «Generation Erben» zu gehören, gilt nicht gerade als Ruhmesblatt. Der Generalverdacht lautet: Nachlassverwerter zählen zur Kategorie der Leistungsverweigerer und familiären Parasiten, die verprassen, was die Altvorderen durch fleißiger Hände Arbeit erwirtschaftet haben. Ganz anders im Tanz: Hier hat es noch nie was zu verjubeln gegeben, vielmehr verflüchtigt...
Ein Märchen, das «zu lesen, zu spielen und zu tanzen» ist – so haben Igor Strawinsky und sein Librettist Charles Ferdinand Ramuz 1918 «Die Geschichte vom Soldaten» angelegt, erzählt in der Tradition des russischen Jahrmarkt-Theaters. Der Komponist machte, auch den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs geschuldet, aus der Not eine Tugend und entwarf das karge Konzept...
