valeska gert
«Ein bewegtes Leben in Tanz, Film und Kabarett» nennt sich die Ausstellung, die Franziska Buhre und Elke Vera Kotowski im Auftrag des Moses-Mendelssohn-Zentrums kuratiert haben: keine Schau der Superlative, sondern eher ein Kabinettstück, das auf kleinem Raum alle Aspekte einer komplexen Künstlerpersönlichkeit aufzeigt.
Mittendrin und überlebensgroß: ein Porträt von Ulrike Ottinger, das den skandalumwitterten Star der «Roaring Twenties», den frechen Blick unter einer Sonnenbrille verborgen, wie in der Verkleidung eines Phantoms erscheinen lässt – oder doch wie einen Bruder von Clown Dimitri, den die Grotesktänzerin in Ascona möglicherweise einmal kennengelernt hat? Valeska Gert hat viele Gesichter, und einige haben sich in Originalfotos, Collagen, Grafiken und Skulpturen erhalten – zu sehen bis zum 13. Juni im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam.
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Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender: ausstellung, Seite 50
von Hartmut Regnitz
...sind Memmen, zumindest im Vergleich zu Tänzern. Das sagt ein Arzt, Andreas Weiler von der Berliner Charité (Seite 68). Fußballer lassen sich viel öfter krankschreiben als Tänzer. Weil es ihre phänomenalen Gagen nicht berührt. Tänzer, in Selbstausbeutung geübt, beißen die Zähne zusammen und halten sich besser in Schuss als Sportler: Der Fettanteil von...
Eine Flasche Wasser, eine Birne, zwei Äpfel und ein Messer packt Jörg Weinöhl aus und legt alles auf den Tisch. Er entfaltet eine weiße Stoffserviette, zwei winzige Gläser kommen zum Vorschein. Der Solotänzer hat vorgesorgt: Die Bar des Düsseldorfer Opernhauses ist nicht besetzt. Also Picknick im Foyer. Neben der Flasche liegt sein original Florentiner Strohhut....
Betritt man die Kammerspiele des Staatstheaters, lungern da Tänzerinnen am Bühnenrand und lassen müde Blicke schweifen. Erst später werden sie scharf gestellt und in die immer wieder matt beleuchtete Zuschauermenge gebohrt. Es geht bei «Blind Date» ums Gegenteil von Blindsein: ums Sehen. Ein verzerrtes Sehen.
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