Uwe Scholz ist tot

Am 21. November starb der Leipziger Ballettdirektor, der zu den «wirklich großen Choreografen» in Deutschland gehört hat. Ein Nachruf von Hartmut Regitz mit Hommagen von Marcia Haydée, Rosalie, Claus Helmut Drese und Udo Zimmermann

Tanz - Logo

Die Welt hat wieder einen großen Choreografen verloren, und wieder ist eine Kompanie ohne Führung. Damit wiederholt sich die gleiche Situation wie 1973 in Stuttgart, als John Cranko starb.
Ich glaube, die glücklichsten Momente seines Lebens hatte Uwe Scholz, als er noch Tänzer und Choreograf beim Stuttgarter Ballett war und Maurice Béjart nach Stuttgart kam, um «Gaîté Parisienne» einzustudieren. Die ersten Worte von Maurice waren: «Uwe muss den Offenbach machen.» Ich erinnere mich genau an die vielen Proben mit Maurice und Uwe.

Es war ein Vergnügen, die beiden bei der Arbeit zu beobachten.
Ich denke, Uwe war einer der wirklich «großen» Choreografen, und ich denke auch, dass er sich sein Leben nicht leicht gemacht hat. Sein Vorbild und Ideal war immer John Cranko, und so oft hat er gesagt, dass er auch so jung sterben möchte wie John. Ich glaube, John und er sitzen nun gemeinsam auf einer «Wolke» und beobachten die Ballettwelt von oben.
Das Wichtigste ist nun, nicht alles zu vergessen und zu verlieren, was dieser Mann geschaffen hat. Die Stadt Leipzig sollte sich geehrt fühlen, ein derart großes, künstlerisches Talent als Direktor seines Balletts gehabt zu haben, und es als ihre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2005
Rubrik: Uwe Scholz ist tot, Seite 24
von Hartmut Regitz, Marcia Haydée, Rosalie, Claus Helmut Drese, Udo Zimmermann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Should this man become a gardener?

Robert Tewsley, you are the “Musagète“ of the dancers of the New York City Ballet, creating “Balanchine“ in the last choreography by Boris Eifman. Why do you want to change your life after enjoying such success?                                 Since my late teens, the question of “What shall I do when I stop dancing?“ has always been in the back of my mind....

Ana Mendieta

The curvature of the museum echoes the contours of the art displayed: Ana Mendieta‘s work circles back on itself. Her graphite drawings and earthen objects convey a sense of stasis, as do the acts and states portrayed by her body, at least those that have survived in photographs and on film. Her performances consisted of enwombed motion and stillborn postures. This...

Stichprobe: Ashtons «Sylvia» am Royal Ballet

The Holy Grail of the repertoire, unseen for over forty years, “Sylvia“ has risen like a phoenix from the ashes to renew our estimation of Frederick Ashton‘s genius. Created in 1952 as a showcase for the incomparable Margot Fonteyn it has been through many revisions of its complex structure and was last seen in 1967 as a one act “highlights“ version. The story has...