Unsterblich
Notarzteinsatz in der Rue Barbet-de-Jouy 11, einen Katzensprung vom Hôtel des Invalides entfernt. Paris liegt noch im Schlaf, als Rettungskräfte am Pfingstsamstag, 29. Mai 1982, vorfahren. Gerufen hat sie Laurent Pétin, der Lebensgefährte von Romy Schneider (1938-1982). Er hat die Schauspielerin tot aufgefunden: zusammengebrochen über einem Blatt Papier. Irgendwo steht eine leere Rotweinflasche, daneben ein übervoller Aschenbecher.
Die Leinwand-Ikone, die sich von ihrem «Sissi»-Image emanzipierte und als das schönste Gesicht der französischen Melodram-Kinematografie gefeiert wurde – sie hat einen Tabletten-Alkohol-Cocktail intus. Herzstillstand, Exitus. Ein Freund, der Regisseur Jean-Claude Brialy, erinnert sich später an den Anblick der Toten: «Und da sah ich ein junges Mädchen von 20 Jahren, schön, wunderschön, schlafend, lächelnd. Sie trug ein Kleid von Yves Saint-Laurent … Man hatte Lust, sie in die Arme zu nehmen, sie tanzen zu lassen».
Eine Frau schaut in den Spiegel. Sie ist nicht allein. Eine Schattengestalt schlängelt sich heran und ergreift von ihr Besitz. Halb tröstend, halb drohend. Bis sie die Oberhand gewinnt und die Frau in einen Strudel der Erinnerung zieht. In den ...
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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Dorion Weickmann
Am 24. August 2021 – knapp zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie – hat das Tao Dance Theater in Peking eine Welturaufführung präsentiert: «11». Aber wie sieht es überhaupt aus in der chinesischen Theater- und Tanzszene? Aus meiner Wahrnehmung – ich unterrichte nach meiner Promotion in Deutschland mittlerweile an der Bejing Dance Academy – hat die Pandemie...
«New/Works» nennt sich der Abend. Allen Uraufführungen zum Trotz hat er etwas von einer Retrospektive. Christian Spuck zum Beispiel schuf als Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts viele abendfüllende Erzählballette, bevor er als Chef ans Ballett Zürich wechselte. Hier, in «Cassiopeia’s Garden», gibt er sich weniger handlungsaffin, dafür gedankenschwer. «Was...
Als Olimpia ist sie in Stuttgart unvergessen. 2006 verkörperte Maria Eichwald die «lebende» Puppe in dem Ballett «Der Sandmann». Christian Spuck erinnert sich noch gut an den schwierigen Part: «In der Rolle ging es darum, einen Automaten im Sinne der Romantik darzustellen. Das geschah zu allererst über eine perfekte, aber künstliche Koordination. Dies sichtbar zu...
