Unsere Zukunft
Erwachsene haben es gut. Sie kennen schon alles. Und was sie nicht kennen, interessiert sie nicht. Wäre das die Haltung von Schülern, die meisten würden 24 Stunden Playstation-Action mit beiden Daumen wegdrücken, aber bloß nicht ihren Arsch, geschweige denn ihr Bein hochkriegen. Gut, dass es Erwachsene gibt, die nicht länger zusehen können, wie ihre Kinder mit Gameboy im Fernsehsessel vor Spongehead aufschwemmen.
Auch dieses vorpubertäre Suchtverhalten hat der Initiative «Tanz in Schulen» ungeheuren Auftrieb beschert; initiiert von Eltern, die ohne elektronisches Spiel- und Glotzzeug aufgewachsen sind. Was sie nicht kennen, macht auch Angst.
Die Initiative «Tanz in Schulen» scheint sich gleichermaßen den Daddelboxen wie dem Kinoerfolg von Royston Maldoom zu verdanken. Warum hat es dann nicht eine Initiative «Fußball in Schulen» oder «Tiere hüten in Schulen» geschafft? Immerhin hat die BBC ihr Tanzfilm-Programm restlos gegen ein Tierfilmprogramm ersetzt. Die Antwort ist einfach: Erwachsene lernen nicht, Kinder schon.
Kinder wollen sich mit dem Körper mitteilen, Erwachsene kaum. Und je mehr deren Medienwelt ihre Kinder fesselt, desto entfesselter reagieren die jungen Körper. «Tanz in ...
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Warum verstümmeln kleine Mädchen ihre Barbie-Puppen? Da sind sie neun, zehn oder elf Jahre jung und enthaupten ihre einstigen Lieblinge. Oder bringen sie in der Mikrowelle zum Schmelzen. Innige Zuneigung verwandelt sich in Grausamkeit, wohl gerade, weil die Mädchen zu spüren beginnen, was die Gesellschaft von ihnen erwartet: dass sie selbst zu Barbie-Puppen werden...
«Tanz in Schulen» ist ein Modellprojekt des NRW Landesbüros Tanz. Wie ist es gelungen, andere Länder davon zu überzeugen, dass Tänzer die besseren Schüler sind? Wir haben keinen überzeugt, andere sind auf uns zugekommen. Mittlerweile gibt es die TanzZeit Berlin, «Tanz und Schule» in München und viele andere. Derzeit gründen sich sprunghaft überall Initiativen, ob...
Furcht vor der eigenen Fantasie wäre das letzte, was man Marco Goecke vorhalten möchte. Und wenn schon. Der neue Haus-Choreograf des Stuttgarter Balletts würde sicher entgegnen: «Wenn man viel Angst hat, hat man auch viel Mut!» – und eintauchen in seine Welt, auch auf die Gefahr hin, sich darin völlig zu verlieren. «Ich will mich überraschen lassen», sagt der...
