Trio statt solo
Franz Kafka ist allgegenwärtig, besonders in seiner Geburtsstadt Prag. Geführte Touren zu den verschiedenen Schauplätzen, die im Leben des Schriftstellers eine Rolle spielten, sind an der Tagesordnung. Vom Lesezeichen bis zum Kühlschrank-Magneten handelt jedes Souvenirgeschäft mit Kafka-Devotionalien. Und so verwundert es nicht, dass Tschechien ganz aktuell auch jenseits von Prag ein biografisches Kafka-Ballett im Angebot hat. Ins Werk gesetzt wurde es im Janáček-Theater von Brno, mithin in der zweitgrößten Stadt des Landes.
Als Kafka 1924 im Alter von nur 40 Jahren an Kehlkopftuberkulose starb, waren die meisten seiner Texte nicht publiziert. Das wäre auch so geblieben, wenn sein Freund und Nachlassverwalter Max Brod den Anweisungen Kafkas, alle unveröffentlichten Texte nach seinem Tod zu vernichten, Folge geleistet hätte. Ohne Brods eigenmächtigen Entschluss hätte die Welt den Literatur-Giganten Kafka niemals kennengelernt. Und der Ausdruck «kafkaesk» wäre nicht geprägt worden.
Drei Ensembles, drei Altersklassen
Das neue «Kafka»-Ballett ist insofern ungewöhnlich, als es von drei Choreograf*innen produziert und streng genommen von Tänzer*innen aus drei Ensembles getanzt wird: ...
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Tanz Juni 2026
Rubrik: Hintergrund, Seite 60
von
MARTHA GRAHAM
New York war ihre Stadt, aber Furore machte Martha Graham (1894 – 1991) vor allem mit Werken, die eine Art Zivilisationsarchäologie betrieben: «Appalachian Spring» (1944) oder «Cave of the Heart» (1946) prägten das Antlitz der Tanzmoderne. Ihre Company, die dieses Jahr den 100. Geburtstag feiert (tanz 5/26), wird nun zusammen mit der Gründerin unter...
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