triadisch

nannte Oskar Schlemmer vor neunzig Jahren ein Ballett, das Ivan Liška, heute Direktor des Bayerischen Staatsballetts, 1977 mit Gerhard Bohner wieder aufgeführt hat. Im Gespräch mit Dorion Weickmann

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Vor genau neunzig Jahren brachte Oskar Schlemmer sein «Triadisches Ballett» auf die Bühne – eine ästhetische (und passagenweise durchaus augenzwinkernde) Auseinandersetzung mit Mathematik und Geometrie, Raum und Architektur, Körper, Farb- und Formsinn und nicht zuletzt mit dem Kanon des klassischen Tanzes. Immer wieder ist es seither aufgeführt worden, aber irgendwann begann die Dornenhecke mächtig zu wuchern und brachte weitere Inszenierungsanwärter ins Straucheln.

Der ärgste Stachel ist juristischer Natur: Bis 2013 die Rechte frei werden, haben Schlemmers Erben stets ein Wörtchen mitzureden und ein Sümmchen mitzuverdienen. Nicht alle sind mit diesem Privileg offenbar so verantwortungsvoll umgegangen wie Tut Schlemmer, die Witwe des Künstlers. Sie hat 1977 eine Rekonstruktion durch Gerhard Bohner ermöglicht, der wiederum einen ganz besonderen Tänzer dafür an Land zog: Ivan Liška, Star des Hamburg Ballett und heute Direktor des Bayerischen Staatsballetts. Das «Triadische Ballett» hat Liška seinerzeit derart infiziert, dass er es gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen in München wieder aufnehmen wollte – aber auf den letzten Metern an der oben bezeichneten Hürde scheiterte. Was seiner ...

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Tanz August 2012
Rubrik: traditionen, Seite 72
von Dorion Weickmann

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