The chef

Das Gerücht – Um eine richtig flachbrüstige Ballerina zu werden, reichen ein paar Dosen Pepsi light, um nicht zu unterzuckern, und die Zigarette zwischendurch gegen den Hunger. Bloß: Genau davor warnen die Eltern ihre Kinder und schicken sie nicht zum Ballett. Das Gericht – Um eine richtige Ballerina zu sein, muss man vor allem eins können: richtig kochen. Sagt einer, der es wirklich weiß, Philip Taylor. Katja Werner hat sich von ihm bekochen lassen. Zugenommen hat sie nicht.

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Bei einer Premierenfeier schwebt ein Hauch Ballerina an uns vorbei, zwei Kolleginnen rollen die Augen. Eine raunt: «Deshalb schicke ich meine Tochter nicht ins Ballett.» Zustimmung von allen Seiten, ausgezehrt, die Arme; alle stürzen sich auf die Häppchen. Ich staune. Wie bedauernswert Ballett-Tänzer sind – vom angehimmelten Stern zum verhungerten Mangelwesen. So weit sind wir also. Was wurde aus «Wer schön sein will, muss leiden»? Das war doch einer der Grundsätze aller Ballettlehrerinnen. Aber der Satz stammt aus anderen Zeiten.

Heute kommt Wellness vor Fitness, Selbstentfaltung vor Selbstverleugnung und Entspannung vor Askese.

Oder? Was ist aus dem Schlankheitsideal geworden? Ich brauche einen Kronzeugen. Philip Taylor. Seit gestern ist der 47-jährige ehemalige Tänzer des Nederlands Dans Theater nicht mehr Direktor des Balletttheater München, das jetzt Tanztheater München heißt. Jetzt widmet er sich jenen schönen Dingen – Reisen, Trainieren –, die vorher nicht in seinen Terminplan passten. Und einer Leidenschaft, die er nie aufgegeben hat: dem Kochen. Als ich ihn anrufe und um eine Expertenmeinung zur Genussfeindlichkeit seines Metiers bitte, lädt er mich zum Essen ein. Es wird ...

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Tanz November 2007
Rubrik: Praxis, Seite 76
von Katja Werner

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