The chef
Bei einer Premierenfeier schwebt ein Hauch Ballerina an uns vorbei, zwei Kolleginnen rollen die Augen. Eine raunt: «Deshalb schicke ich meine Tochter nicht ins Ballett.» Zustimmung von allen Seiten, ausgezehrt, die Arme; alle stürzen sich auf die Häppchen. Ich staune. Wie bedauernswert Ballett-Tänzer sind – vom angehimmelten Stern zum verhungerten Mangelwesen. So weit sind wir also. Was wurde aus «Wer schön sein will, muss leiden»? Das war doch einer der Grundsätze aller Ballettlehrerinnen. Aber der Satz stammt aus anderen Zeiten.
Heute kommt Wellness vor Fitness, Selbstentfaltung vor Selbstverleugnung und Entspannung vor Askese.
Oder? Was ist aus dem Schlankheitsideal geworden? Ich brauche einen Kronzeugen. Philip Taylor. Seit gestern ist der 47-jährige ehemalige Tänzer des Nederlands Dans Theater nicht mehr Direktor des Balletttheater München, das jetzt Tanztheater München heißt. Jetzt widmet er sich jenen schönen Dingen – Reisen, Trainieren –, die vorher nicht in seinen Terminplan passten. Und einer Leidenschaft, die er nie aufgegeben hat: dem Kochen. Als ich ihn anrufe und um eine Expertenmeinung zur Genussfeindlichkeit seines Metiers bitte, lädt er mich zum Essen ein. Es wird ...
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Der Forscher Curt Sachs unterteilte 1933 in seiner «Weltgeschichte des Tanzes» alle Bewegung in «bildhafte» und «bildlose« Tänze. Ob Lully und Molière um 1700, Jean-Georges Noverre und Salvatore Viganò um 1800, Fernand Divoire und Isadora Duncan um 1900: Immer blieb die Frage, ob und was der Tanz nachahmen müsse, oder ob er auch für und aus sich selbst bestehen...
Thomas Frank und Heiko Pfost sind die neuen Macher der Wiener «Brut». Das war der Name der Foyerbar, als dieses Haus der «alternativen Szene» noch dietheater genannt wurde. «Wie klingt das aber, wenn ich versuche, die Tanzszene international bekannt zu machen und dann telefoniere: I am calling from die theatre?», sagt Thomas Frank, ehemaliger Dramaturg der Berliner...
Es gibt ein zweites Leben neben dem ersten. Undercover. Als Schläfer. In Träumen. In Spielen. In den einst «Multiple User Dungeons» genannten elekronischen Welten spielen per Computer der Steuerbuchhalter, die Hotelfachfrau, der Teilzeittaxifahrer und sechs Millionen andere in Deutschland gemeinsam mit den restlichen Träumern dieser Welt, die sie gar nicht kennen....
