Ten Pen Chii: "Su-I"
Butoh geht es gut, solang er die Abenteurer fasziniert. Joaxhim Manger baute in Afrika Staudämme. Heute schweißt er zwei Pfannen luftdicht zusammen. Dann unter Hochdruck gesetzt, wölben sich die Stahlbehälter gegen die eigene Schweißnaht. Nur Ventil und Düse schauen gefährlich aus den Tellerminen. Manche sind groß wie Lastwagenreifen, andere klein wie ein Wok. «Schläfer» nennt er sie, wie unter Druck gesetzte Menschen, die am Tag X todbringend erwachen und Terror verbreiten.
SU-I heißt die Performance, «Kern des Menschen», sein Innerstes, Gefährlichstes. Seine Lebensgefährtin Yumiko Yoshioko unterhält mit diesen stählernen Töpfen ein erotisches Verhältnis. In gelben Flokati gekleidet, schläft sie auf den zum Platzen gespannten Stahltöpfen, reitet sie, verführt sie, kitzelt gefährlich nah am Ventilhahn ihr phallisches Potenzial heraus. Unschuldig hüpfend trägt sie immer mehr Druckpfannen in den Raum des Berliner Dock 11, beschwört sie hexenhaft. Ihre zuckenden Finger befreien den Luftgeist. Unter ohrenbetäubendem Zischen, von lautem Techno verbrämt, öffnen sich die Büchsen in rasender Pirouette. Mit Vollgas krachen sie gegen andere Büchsen, donnern Funken sprühend gegen die Wand, ...
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