Foto: Erwin Olaf
Ted Brandsen: Mehr Spektrum
Immer noch entwickelt sich das klassische Ballett weiter und entdeckt für sich neue Formen. Es ist die elaborierteste, die gehobenste Tanzform schlechthin. Man sieht Tänzerinnen und Tänzer, die Dinge bewerkstelligen, die sonst kein normaler Erdenmensch hinbekommen würde, und nicht selten blitzt ein göttlicher Funke auf. Aber beim klassischen Ballett geht es nicht nur um die physische Performance wie etwa bei Zirkusartisten; es geht um die Tuchfühlung, auf die der Tanz mit der Seele geht. Um die Kombination von Virtuosität, Musik und Körper.
Vor Kurzem waren wir bei einer Präsentation junger Choreografen. In einer der gezeigten Arbeiten sahen wir Theo, einen anmutigen, hoch gewachsenen Tänzer. Er begann seine Performance mit dem Publikum zugewandten Rücken. Ganz langsam hob er einen Arm, so als wolle er jeden Moment davonfliegen. Ein magischer Moment. Mit einer schlichten Bewegung wie dieser kann ein klassisch ausgebildeter Tänzer seinem Publikum den Atem rauben.
Es wird sich verändern, das klassische Ballett. Schon jetzt sehen wir ein weitaus breiteres Stil-Spektrum als noch vor 20 Jahren, und die Tänzerinnen und Tänzer kommen heute aus allen Winkeln der weiten Welt. Wir haben ...
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«Heavy lifting! Ja. Heavy lifting, moaaaah.» Ein kurzes Stöhnen grollt aus Meg Stuarts Kehle. Es ist der Sound des Mitfühlens, denn so klingt, was die Tänzer in diesem Augenblick tun: Sie drücken sich wieder und wieder vom Boden weg, springen, aber mit Körpern, die aussehen wie tropfnass-vollgesogene Säcke. Sinnloser Versuch, mit einer Bewegung die Materialität des...
Es gibt Tänze, die gäbe es gar nicht, wäre da nicht das Internet. Der Twerk gehört dazu, bei dem das globalisierte Girlie seine Hüftschwünge feiert. Die männlichen Antworten auf die Hypersexualisierung lauten Hardstyle, Tekstyle, Shuffle, Hakken und vor allem Jumpstyle. Da legt einer all seine Energie in eine Sequenz von einer halben Minute, filmt seine Heldentat,...
Sie sollte ja nicht. Eigentlich. Mathilde Monnier hatte sich offiziell von der Kreation und nach Paris verabschiedet, da sie sich um das Wohl des Centre National de la Danse zu kümmern hat, dessen Geschicke sie seit Januar 2014 leitet. Dort rief sie neue Projekte ins Leben, allen voran «Camping», das internationale Treffen von Tanz- und Kunsthochschulen, das im...
