Meg Stuart
«Heavy lifting! Ja. Heavy lifting, moaaaah.» Ein kurzes Stöhnen grollt aus Meg Stuarts Kehle. Es ist der Sound des Mitfühlens, denn so klingt, was die Tänzer in diesem Augenblick tun: Sie drücken sich wieder und wieder vom Boden weg, springen, aber mit Körpern, die aussehen wie tropfnass-vollgesogene Säcke. Sinnloser Versuch, mit einer Bewegung die Materialität des Körpers zu überwinden. Kalkuliertes Scheitern. Kampf. Gegenläufig-konfliktreiche Energien. Klar: Wir sind auf einer Probe von Meg Stuart – und gleich ein bisschen im ewigen Inferno.
Das liegt heute allerdings nicht so sehr an der Choreografin, die mit leuchtend blondem Kurzhaar eher so etwas wie ein Sonnenpunkt im Dunkel ist, als am Setting: eine dämmrige Halle der Zeche Lohberg in Dinslaken. Bauprobe für das neue Stück «Projecting [Space[», eine Auftragsarbeit für die «Ruhrtriennale» in Koproduktion mit dem Berliner Hebbel am Ufer. Es herrscht ein Höllenlärm. Hammerschläge und pfeifende Soundchecks. Hubsteiger kurven mit lautem Summen herum. Irgendwann schallt «All you need is love» von den Beatles durch die Halle – Motivationsmusik für die Techniker. Wo man sich bei anderen Choreografen während einer Probe kaum die ...
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