Tarek Assam «Macbeth»

Bad Elster

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Am Ende sitzt da ein einsamer Jungkönig auf dem Thron, der kaum zu wissen scheint, wie ihm geschieht. Kein Wunder, denn der Spuk, den Tarek Assam mit seinem Ensemble und vier Jazzmusiker*innen auf die Bühne des Quedlinburger Harztheaters zaubert, berauscht den Kopf und vernebelt die Sinne. Was ein Kompliment ist – und ein Quäntchen Kritik zugleich.

Shakespeares «Macbeth» hat Assam schon 2012 in Gießen, wo er seinerzeit als Spartenchef amtierte, zu einem Tanzstück inspiriert.

2022 wechselte er in gleicher Funktion ans Nordharzer Städtebund-Theater, wo er zwischen 1995 und 2003 eine erste Leitungsrunde gedreht hatte. Jetzt also eine zweite, gänzlich neu grundierte «Macbeth»-Fassung: Die überblendet das blutige Königsdrama mit dem mexikanischen «Día de los Muertos», der die Verstorbenen als Kurzzeitgäste ins Diesseits zurückholt. Auf der Sprechbühne ist die europäisch-südamerikanische Stoff-Fusion schon mehrfach erprobt worden, warum also nicht in bewegte Kunst übersetzen? Assam zeigt jedenfalls, dass sein zwölfköpfiges Tanzensemble eine solche Doppelherausforderung problemlos meistert.

Annett Hungers Ausstattung markiert die dramaturgischen Umrisse: Auf der Bühne erheben sich Thron ...

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Tanz April 2026
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Dorion Weickmann

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