tanzt im museum!
Es ist schon in frühester Zeit so gewesen. Überall führen Tanz und uralte Skulptur einen lebendigen Dialog. Da sind die in Stein gemeißelten Abbilder von Tänzerinnen in frühen Hochkulturen, etwa der indischen Devadasis, die bis heute von der Inspiration und Faszination des Tanzes zeugen. Auch bei Émile-Antoine Bourdelle, der vor einem Jahrhundert in Paris die berühmte Barfußtänzerin Isadora Duncan in Hunderten von Zeichnungen und einigen Skulpturen festhielt, kann nur von kultischer Verehrung die Rede sein. Die Tänzerinnen wurden geliebt.
Auch von Auguste Rodin, selbst wenn dieser große Bildhauer keine einzige fertige Skulptur von Isadora Duncan schuf. Aber es gibt Studien, die zeigen, wie sentimental die Beziehung der beiden zueinander war. Isadora Duncan, die erste moderne Tänzerin überhaupt, war der griechischen Antike verfallen, all diesen schlichten weißen, so pur und naturalistisch anmutenden Skulpturen und Reliefs. «Miss Duncan macht den Tanz empfänglich für die Linie, und die ist schlicht wie die Antike, sie ist das Synonym für Schönheit», lautete der Beifall Rodins. Hätte die amerikanische Rebellin nur gewusst, wie knallbunt die antiken Statuen in Wirklichkeit waren, ...
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