tanz-vintage
Dem Tanzerbe zu huldigen, ist in der Ballettwelt nachgerade eine Pflichtübung. Aber was wurde Fabian Barba vor wenigen Jahren noch bestaunt, als er erzählte, er wolle Mary Wigmans Tänze – Entstehungszeit frühes 20. Jahrhundert – rekonstruieren. Heute liegt so was: voll im Trend. Dabei geht es der Sache nach um den Blick zurück innerhalb des eigenen Genres. Bei all den grenz- und spartenübergreifenden Abenteuern, die der zeitgenössische Tanz so gern praktiziert oder propagiert, ist das eine klare Beschränkung.
Und vielleicht sogar eine nützliche, weil das jahrelang hingebungsvoll gepflegte Theoretisieren über den Tanzkörper diesen atomisiert hat. Wer nun nach heilsamer Selbstvergewisserung sucht, braucht verlässliche Stützen. Die Historisierung bietet so eine. Choreografen, die darauf setzen, beweisen, dass sie eben nicht dauernd das Rad neu erfinden müssen – indem sie das alte ausbuddeln, polieren und herumrollen. Das wirkt gebildet, und ein bisschen Publikumsbelehrung wird nebenbei auch ausgeteilt. Je mehr Nichttänzer über den Tanz und seine Historie wissen, desto höher steigt seine allgemeine Wertschätzung. Und für die Wissensaneignung ist Anschauung am lebenden Objekt auf jeden ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Melanie Suchy
Dieser Mann spielt in einer eigenen Liga. Mikhail Baryshnikov ist Künstler durch und durch und einer, der in keine wohlfeile Schublade passt. 1974 kehrte der Ausnahme-Ballerino der Sowjetunion den Rücken, floh aus dem goldenen Kirow-Käfig in den Westen, um dort eine spektakuläre Karriere zu starten. Er glänzte an der Seite so illustrer Kolleginnen wie Natalia...
Deutschland
Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen.
An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-228 49
www.ballett-badsoden.de
Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k, D-96050 Bamberg
Te...
Wer einen Roboter anschaut, erblickt kein Objekt, sondern ein Konzept. Die Morphologie ist schließlich überraschend stereotyp: Im Idealfall ähnelt das Kunstgeschöpf dem Menschen, so weit es irgend geht. Denn nur ein anthropomorpher Automat wird nicht zur bloßen Maschine degradiert. Schließlich haben wir ein kompliziertes Verhältnis zur künstlichen Intelligenz. Wir...
