robot!

Fast schon ein Mensch und trotzdem Maschine: NAO heißt der Roboter, der tanzen kann und Fußball spielen, ja sogar Freundschaften pflegen. Blanca Li und ihre Tänzer haben sich in ihn verliebt

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Wer einen Roboter anschaut, erblickt kein Objekt, sondern ein Konzept. Die Morphologie ist schließlich überraschend stereotyp: Im Idealfall ähnelt das Kunstgeschöpf dem Menschen, so weit es irgend geht. Denn nur ein anthropomorpher Automat wird nicht zur bloßen Maschine degradiert. Schließlich haben wir ein kompliziertes Verhältnis zur künstlichen Intelligenz.

Wir schaffen sie, aber gleichzeitig sprengt sie unser Vorstellungsvermögen – und wirft zudem die Frage auf: Muss das, was dem Menschen ähnlich sieht, nicht auch Emotionen besitzen? In der Hinsicht sind wir immer noch Animisten. Dass ein Rechner Schachprofis schlägt, ist gerade noch begreifbar, und nur deshalb verzichten wir darauf, den platinenbestückten Schachpartnern menschliche Gestalt zu verleihen. Trotzdem stellen wir uns den idealen Roboter als Ebenbild vor, als Geschöpf aus Plastik und Elektronik, das uns antwortet, als wäre es unser Freund. Genau auf diese subtile Art der Verführung zielt die Firma Aldebaran Robotics, die den NAO entwickelt hat. So groß wie ein Kleinkind und gerade mal fünf Kilo schwer, wirkt der putzige Humanoid fast wie ein Clown – und ist doch ein industriell gefertigter Klon. Aber einer, der ...

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Tanz Oktober 2013
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Thomas Hahn

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