tanz ums bleiberecht
Als es morgens um sechs klingelt, steht die Polizei vor der Tür. Die Kinder dürfen noch ein einziges Spielzeug einpacken, mehr sollen sie 2003 aus Deutschland nicht mitnehmen können. Die Mutter bricht zusammen. Doch die Abschiebung ist beschlossen, deutsches Recht wird vollzogen. Aber der Fall der Familie Akkouch gelangt in die Medien – und jetzt auch ins Kino. Weil die Akkouch-Kinder begnadete Tänzer sind. Die Choreografin Cons-tanza Macras entdeckte sie für die Bühne. Das bringt Presse und Fernsehberichte und tritt eine öffentliche Diskussion um Abschiebung und Bleiberecht los.
«Neukölln unlimited», ein Dokumentarfilm von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch, erzählt die Geschichte der Akkouch-Kinder einem Kinopublikum. Er ist ein Lehrstück über die Kraft des Tanzes und den Zusammenhalt einer Familie, die bei uns nach wie vor nur geduldet ist. Bei den diesjährigen Berliner Filmfestspielen wurde «Neukölln unlimited» mit dem «Gläsernen Bären» ausgezeichnet.
Als Ihr 2003 abgeschoben wurdet und im Flugzeug in den Libanon saßt, da sei Dir klar geworden, dass das Leben kein Spiel ist. Was genau hast Du da begriffen?
Hassan Akkouch: Dass das Leben echt ist, real. Da kann man nicht ...
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