Sybil Shearer

Ein Nachruf auf die Modern-Dance-Protagonistin Sybil Shearer

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Noch vor seinem Stuttgarter Engagement tanzte John Neumeier in der Kompanie von Sybil Shearer, und sie ist es letztlich gewesen, die den «stärksten Anstoß für meine choreografische Arbeit gab», wie sich Hamburgs Ballettintendant erinnert: eine «Einzelgängerin» des Modern Dance, die in ihrer Jugend mit Merce Cunningham verglichen wurde, sich später aber einem sicheren Erfolg durch ihren Weggang in einer Vorstadt Chicagos bewusst entzog.

In Toronto geboren, war Sybil Shearer1932 zunächst Schülerin von Doris Humphrey, später eines ihrer Ensemblemitglieder, zeitweise sogar ihre Assistentin – bevor sie sich 1941 mit eigenen Soloprogrammen als Choreografin profilierte. «Liquid Acting» nannte sie ihre Aufführungen, die sich als kleine Gesamtkunstwerke gaben, die zum Teil in Filmen von Helen Morrison ihre kreativste Zeit überlebt haben. In ihren letzten Lebensjahren arbeitete Sybil Shearer als Chicago-Korrespondentin für Ballet Review. In Chicago ist sie denn auch, 93-jährig, einem Herzschlag erlegen.

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Tanz März 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 17
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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