Superamas: «Big 3 / Happy End»

Festival: Springdance in Utrecht

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Superamas betrachten heißt, links die Umkleide eines edlen Fitness-Clubs für Damen auszumachen (in der sich drei Tänzerinnen zum reizvollen Gruppenbild versammeln), in der Mitte eine Diskothek samt Lichtorgel zu genießen (in der sich die große Komparserie zum Tanzen trifft), rechts eine Rockband und über allen eine Leinwand für ein paar Referenzen aus der amerikanischen Filmunterhaltung anzusehen.

Ein im Tanz ungewöhnlicher Aufwand an Bühne und Personal, nur um von Fitness, Disco und TV-Zitaten zu erzählen, wie schon 2002, als im ersten Teil von BIG mit dem Untertitel «Reality Show/Artificial Intelligence» die Tanzkritik ihr Schussfeld fand: Alles sei nur Oberfläche. Tänzerischer Tiefgang: Fehlanzeige. Jetzt, nach «Show / Business», gibt es den dritten und letzten Teil: HAPPY END: mit ein paar klaren Gedanken des Philosophen Jacques Derrida über den Sinn des Todes, über das Finale, das im Leben unmöglich opulenter als das Leben selbst sein kann. Die Wunscherfüllung ist der Tod. Aber der Tod als Wunscherfüllung? Sind solche Fragen Oberfläche? Superamas, ein Kollektiv aus Paris, Wien, Brüssel, ist schlauer, als der erste Blick erlaubt. Das ausgestellte Entertainment, die penetrante ...

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Tanz April 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 39
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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