Kevin O' Day: "Metamorphosen"
In die Stille des Beginns hinein tanzt hinten auf der Bühne jemand in Mantel und Hut. Knips, das Handtäschchen zu – die Sitznachbarin hatte eben noch ihre Freundin gewarnt: Die Musik wird sehr laut! «Schrecklich» meint später ein anderer. Geht das Publikum in Mannheim ins Ballett trotz der Musik? Man könnte auch ihretwegen hingehen: Drei berückende Werke, neu und fast neu, hervorragend musiziert vom Nationaltheaterorchester und Horus Piano Duo. Voller Bewegung in den Tönen, mit Bögen, Wegen, Wechseln. Kevin O’Day unterwirft sich dem nicht.
Man hört einander zu, aber denkt sich seinen Teil.
Seine «Igor Poems» für acht Tänzer dichtete er 2004 fürs Stuttgarter Ballett: John Kings «SlipStream» für acht Blechbläser echot Strawinsky-Rhythmen. Die Töne schlagen immer schneller, überholen einander, das Pulsieren wird zum unwirklich elektronischen Flackern aus den Lautsprechern. Das leicht Irre tangiert die Tänzer nicht, die ständig in Bewegung sind. Mal hier ein Pas de deux, mal dort ein Dreier, Vierer oder Solo. Klassisches Bewegungsrepertoire – auf Spitze – zeigen und was man an schwierigen Sprüngen und Pirouettenendungen dazu erfinden und locker mit gespreizten Fingern, abknickenden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kirsten Seligmüller und Wibke Janssen nehmen wieder Anlauf. Vor knapp drei Jahren feierten sie in der ehemaligen Berliner Zigarettenfabrik Garbáty die Gründung eines gewaltigen Probenhauses für den Tanz, das schließlich die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch übernahm. Staat geht vor privat. Kein Problem für die beiden Betreiberinnen des kleinen Berliner...
Sankai Juku sehen und sich kratzen. Der Anblick weiß bemalter Körper, deren Tünche langsam abblättert, kann extreme Reaktionen hervorrufen. Eine Zuschauerin ging nach der Aufführung von «Toki – ein Augenblick in verschlungenen Zeiten» nach Hause und rieb sich stundenlang die Haut am ganzen Körper. Eventuell auch, um besser zu ergründen, was sie auf der Bühne...
Kurt Koegel has taught for festivals, universities and dance companies including Ultima Vez, Rosas, Gallotta Danse, P.A.R.T.S., SNDO, EDDC, SEAD, and the Korean National University of the Arts. In September 2007 he will direct a new Masters Program in Contemporary Dance Pedagogy at the Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main.
What do you...
