Stefano Giannetti «Der Nussknacker»

Dessau

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Genau sieben Tänzer*innen im festen Engagement – und dann einen «Nussknacker» machen wollen? Eigentlich mission impossible. Aber Dessaus Ballettdirektor Stefano Giannetti kriegt erstaunlicherweise die Kurve, nicht zuletzt dank seiner um sieben Gäste verstärkten Kompanie. Also erweist sich sein «Nussknacker» am Anhaltischen Theater als robuster Vertreter des Fachs mit reichlich Publikums-Appeal quer durch alle Generationen. Giannettis Kniff: Er wirft einen heutigen Blick auf die alte Geschichte.

Das Ehepaar Silberhaus – sie Konsumfetischistin, er polyamourös ambitioniert – holt sich an Weihnachten die Bussi-Bussi-Verwandtschaft ins Haus. Nur die auf dem Hippie-Trip hängen gebliebene Oma und ein Bettler (namens Drosselmeier alias Nussknacker) sprengen den Rahmen. Nach Heiligabend bricht Familie Silberhaus zu einer Weltreise auf: Spanien, Ägypten, China, Paris, London … Tschaikowskys unter Kolonialismus-Verdacht geratenes Divertissement kommt hier als eine Art Club-Med-Sightseeing daher und genießt mithin touristische Narrenfreiheit. Natürlich kriegen sich am Ende der Nussknacker-Prinz und Fräulein Klara Silberhaus, um gemeinsam in Papas Flieger zu entschwinden.

Giannetti und seine ...

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Tanz Februar 2024
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Dorion Weickmann

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