Solo-Tanz-Theater-Festival
Obwohl aus den 20 bisherigen Festivals nur wenige nennenswerte Entdeckungen hervorgingen – vielleicht weil man Talente wie Nanine Linning oder Marco Goecke in den Vorrunden hinauswarf –, versammelt das Solo-Tanz-Theater-Festival unverdrossen weiter alljährlich 18 Solos im Stuttgarter Treffpunkt Rotebühlplatz, um mit wechselnden Jury-Besetzungen neue Choreografen zu fördern. Bei der 21.
Ausgabe Mitte März kürten Tarek Assam von der Tanzcompagnie Gießen, Caroline Finn von der National Dance Company Wales, der ehemalige Mannheimer Ballettdirektor Kevin O’Day und Adriana Pous vom choreografischen Zentrum Dantzaz in San Sebastián das Solo «? I aM» zum Sieger aller Klassen: Die jeweils mit 3500 Euro dotierten Preise gewannen sowohl die Italienerin Erika Silgoner, weil ihre Choreografie «eine große Intimität erzeugt und gleichzeitig Raum für starke Gefühle öffnet», als auch ihre Interpretin Gloria Ferarri für «das physisch stärkste Potenzial mit hoher tänzerischer Begabung». Weitere Choreografie-Preise gingen an den mit kleineren Werken bereits arrivierten Türken Emrecan Tanis für «Separation Among Us» und den Deutsch-Kongolesen Miguel Mavatiko für das gesellschaftspolitische ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Angela Reinhardt
Die diesjährigen «Zeitgenössischen Schweizer Tanztage» waren nicht gerade das Highlight im Alltag einer Tanzjournalistin. Ich habe mich Anfang Februar am Schaufenster für Schweizer Tanz in Genf drei Tage lang gelangweilt und mich immer mal wieder gefragt, was wohl sozial verträglicher wäre: Weglaufen oder Powernap. Wummernde Bässe, mal schneller, mal langsamer,...
Vermutlich hat auch im Zeitalter von Cyber- und Drohnenkriegen jeder Soldatentrupp seine Rituale, wenn er in den Krieg zieht. Tänze dürften es eher nicht sein. Denn Kriegstänze sind ein Fall fürs Museum – das konstatiert auch Eszter Salamons neue Performance «Wars and Dances»: Gewalt-Stimulanzien als ästhetische Relikte, die im Kunstraum wieder und wieder...
Er liebt es, sich ständig etwas Neuem auszusetzen: Shaolin-Mönchen, dem Tango, Wagners «Ring», japanischen Mangas, den Ballets russes, der Sprachverwirrung von «Babel», der «Nussknacker»-Märchenwelt, Ravels «Boléro». Sidi Larbi Cherkaouis Blick auf die Bewegung, welche Tanz wird, ist einer, der die Vielfalt sucht, das Neue, Andere in den Kulturen, Religionen und...
