Shantala Shivalingappa

Mudras in Madras plus Béjart, Brook, Bartabas und Bausch. Shantala Shivalingappa ist in allen Welten glücklich. Und in mindestens fünf Sprachen zu Hause. Thomas Hahn ist von der Ausnahmetänzerin beeindruckt

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Shantala Shivalingappa ist überall. Bei ihrer Familie in Paris, in den Workshops ihres Meisters Vempati Chinna Satyam in Madras, im Sprech­theater bei Peter Brook, im Tanztheater der Pina Bausch und natürlich im Kuchipudi. Zu ihren Freunden gehören die Besten einer Künstlerszene, in der sich – von Wuppertal bis zum Indischen Ozean – die Kulturen mischen Bei Bartabas meisterte sie den Rücken der Pferde, und natürlich ist sie in indischem Gesang ausgebildet. Das traditionelle rhythmische System namens Tala ist ohnehin Grundlage des Kuchipudi.

Und wer es nicht beherrscht, braucht’s in Indien mit dem Tanzen gar nicht erst versuchen. Genug Können, um auf Künstlerwolke sieben den profaneren, weniger liebenswürdigen Schauspielen der Menschheit zu entschweben. Doch die Tänzerin liest Chomsky und englische Wirtschaftsmagazine. Ihr Bruder wurde Informatiker und schätzt den Tanz als Zuschauer. Da Shantala keiner Kompanie fest verbunden ist, scheint sie auch in ihrem Leben keinen geografischen Schwerpunkt zu setzen. Sodass sie nicht nur überall, sondern überall zugleich zu Hause ist.
Ihren Tanz lebt sie wie ihr Leben, mit klaren Zielen, aber völliger Freiheit. Das sieht, wenn sie Kuchipudi als ...

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Tanz Januar 2005
Rubrik: Portrait, Seite 20
von Thomas Hahn

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