Sergei Diaghilew
war ein Scharlatan. Ein ungemein kreativer dazu, wenn es darum ging, Geld einzutreiben. Denn er hatte eine Vision: Ballett aus Russland in den Westen zu bringen. Das Unternehmen, 1909 begonnen, schlug in Paris und den anderen europäischen Metropolen wie eine Bombe ein und reformierte fortan den Bühnentanz. Und noch eines konnte Diaghilew: Menschen für sich gewinnen. Er hatte nicht nur ein Gespür für choreografisches Talent, für ihn arbeitete die künstlerische Avantgarde der Zeit, seien es Komponisten, Bühnenbildner oder Maler.
In London, im ehrwürdigen Victoria and Albert Museum, widmet sich nun eine große Ausstellung dem Einfluss Diaghilews auf Kunst, Design und Mode im 20. Jahrhundert. Somit sind Exponate der ganz Großen versammelt: Léon Bakst, Pablo Picasso, Coco Chanel, Georges Braque und viele andere, die vor hundert Jahren begannen, unsere Vorstellung von Kunst zu erweitern. Pablo Picassos Bühnenvorhang für Bronislawa Nijinskas Ballett «Le train bleu», 1924 (© Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2010)
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Jörg Mannes, Sie haben an Ihrer gegenwärtigen Wirkungsstätte, der Hannoveraner Staatsoper, zum vierten Mal in Ihrer Laufbahn ein Ballett «Gefährliche Liebschaften» herausgebracht. Inwiefern unterscheidet sich diese neue Produktion von den vorangegangenen?
Der Stoff lässt mich einfach nicht los. Die Urfassung entstand 2002 in Bremerhaven mit neun Tänzern. Dieses...
wird zum Jahresbeginn 2011 Direktor des St. Petersburger Michailowski-Balletts. Der langjährige Leiter der spanischen Compañía Nacional de Danza, der seinen Vertrag in Madrid aus politischen Gründen nicht verlängerte, soll am Michailowski-Theater nach dem Willen von Intendant Wladimir Kechman für eine Modernisierung der bisher rein klassischen Kompanie sorgen. Der...
Sie war noch lange nicht 18, da hat sie Vladimir Malakhov vom Fleck weg als Erste Solistin ans Berliner Staatsballett engagiert. Acht Jahre ist das her. Inzwischen ist Polina Semionova so populär, dass man für einen Buchtitel getrost auf ihren Nachnamen verzichten kann. Auf 250 Seiten passt ihr Werdegang bereits, obwohl sie «einfach keinen Ballettkörper» hatte...
