Seht die Frau

Endlich emanzipieren sich Spaniens Flamenco-Interpretinnen. Aber wer will noch Emanzipation? Über den Überlebenskampf junger Tänzerinnen auf dem schwierigen Markt ihrer Heimat.

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Eine Frau im Dunkeln. Unsicher und verhalten, verängstigt. Auf der Flucht, auf der Suche nach einem Versteck, das ihr die kahle Ebene nicht gewährt. Ein paar Schritte nur trennen sie von der ihr nachsetzenden Gestalt, einem Verehrer, vielleicht auch dem Ehemann. Er ist ihr hart auf den Fersen, wird von ihr nicht lassen, fordert Hingabe, Nähe, Unterwerfung. Die Frau weigert sich, eine Zeit lang. Am Ende wird sie nachgeben, vor dem Verfolger in die Knie gehen.

Er, ganz Herr und Gebieter, wird ihr, Zeichen nicht zu überbietender Demütigung, ein Glas Wasser ins Gesicht schütten.

Es ist ein herbes Spiel, das die Tänzerin Ángeles Gabaldón auf die Bühne bringt. Ein dezidiert feministisches Stück, das sich hochschaukelt zu Kampfansage und Kritik, zur Abrechnung mit der mediterranen Kultur des Machismo, mit der die Andalusierinnen einige Erfahrung haben. Die 1974 geborene Ángeles Gabaldón kann man zu den interessantesten, weil politischsten Tänzerinnen der jüngeren Flamenco-Szene zählen. Schon ihr früheres Stück «Inmigración» widmete sich dem Schicksal afrikanischer und maghrebinischer Immigranten, der gefahrvollen, oft tödlichen Durchquerung der Meerenge von Gibraltar und erzählt von der ...

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Tanz Mai 2007
Rubrik: Report, Seite 4
von Kersten Knipp

Vergriffen
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