schwerin: Sergej Gordienko: «Coppélia»

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Solange Bücher geschrieben werden und Menschen träumen, lebt auch das Ballett. Sagt im Interview Sergej Gordienko und liefert mit seinem Debüt als Ballettdirektor am Mecklenburgischen Staatstheater gleich den überzeugenden Beweis. Erfahrung bringt der gebürtige Ukrainer mit: als Tänzer in Kiew, Ljubljana, Zagreb, Hannover, Ballettmeister dann in Bielefeld, Leipzig unter Uwe Scholz, Belgrad, Portugal, Essen. Eine gute Mischung an Auffassungen und Stilen, die den 16 Tänzern in Schwerin zugutekommt.

Zumal Gordienko seine Aussage wahrmacht: Er lässt Akteure und Pub-likum träumen und diesen Traum einem Buch entschlüpfen. Das hat ihm, sechs Meter hoch, Ronald Winter auf die Bühne gebaut. «Coppélia» steht mit großen Lettern darauf, und als Schwarzgewandete es aufklappen, entfalten sie – schöner Effekt – wie bei einer Glückwunschkarte die Fassade des Marktplatzes in Irgendwo, auf dem das heitere, mit stolzen 142 Überlebensjahren gesegnete Puppenballett seinen Ausgang nimmt.

Unter rosigen Dächern wohnen dort der Puppenmechanikus Coppélius und sein vom Balkon herunter Handküsse verteilendes Geschöpf Coppélia sowie, auf der anderen Platzseite, Swanilda. Deren Geliebter Franz ist verdächtig an ...

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Tanz April 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Volkmar Draeger

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