Schöne Kämpfe

Die Martial Arts sind vollendeter Tanz. Der Tanz selber sucht Sinn zunehmend im Kampf. Eine Reportage zwischen Kino und Kampfatelier.

Tanz - Logo

Zwei schwitzende Körper im Clinch. Kicks und Sprünge. Ausweichmanöver. Hebungen. Einer stützt sich auf den anderen, stößt sich ab, wird aufgefangen, abgeworfen, rollt sich ab und steht wieder auf. Das Gegenüber wartet schon. Nächste Runde. Zweikampf oder Paartanz? Immer ein bisschen von beidem. Eine Mischung aus Pragmatismus und Hingabe.

Tanz und Kampf sind Geschwister mit unterschiedlichem Temperament. Der eine ist so stark auf die Form konzentriert, dass er den praktischen Boden unter den Füßen verliert.

Dem anderen, von der Waffentechnik eingeholt, ist der praktische Nutzen abhandengekommen. Auch ihm bleibt nur die perfekte Form. Einst kommandierten sie getrennte Gebiete; doch mit der Zeit verwischen sich die Grenzen. Welcher der beiden ist durchsetzungsfähiger? Der sich dem Gelände am besten anpasst. Aber dazu brauchen sie einander … Als die Neuzeit den Nahkampf abschaffte, blieb der Kampfkunst zum Überleben nur die Kunst. Dabei entdeckte sie: ihre Nähe zum Ballett.

Im Haus der tanzenden Schwerter

Xiao Mei übertrifft an Anmut alle Kurtisanen im Pfingstrosen-Pavillon. Eine herausragende Tänzerin. Dass dies bloß Tarnung der Rebellin ist, weiß nur der Polizist, der sie – zum ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2009
Rubrik: Kriegstänze, Seite 10
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Eonnagata

Eonnagata ist die Verschmelzung des Namens von Charles de Beaumont, bekannt als Chevalier d’Éon, einst ein berühmter Spion und Transvestit, der für sein Spionieren in Russland berüchtigt wurde, und onnagata, die uralte Kabuki-Technik, bei der männliche Schauspieler auf hoch stilisierte Weise weibliche Rollen spielen.

«Sylvie Guillem und ich bewundern beide schon...

Maren Strack

Maren Strack
«Hotel Idyll»
Vor zwölf Jahren lernten sie sich kennen: die Flamenco-Tänzerin Maren Strack und der Geräuschemacher Max Bauer. Was gut passt: Flamenco macht eine Menge Geräusch. In ihrer ersten Performance «Ytong» zertanzte Maren Strack noch ganz allein den gleichnamigen weichen Stein zu weißer Asche. Dabei klackte sie rhythmisch mit der Zunge, ersetzte...

Hofesh Shechter

Außerirdische haben die Belegschaft des Jerwood Space gekidnappt. Es ist unheimlich still dort: Die Tür steht offen, niemand steht am Empfang, und die elegante Café-Lounge in Weiß und Chrom zeigt keine Spuren menschlichen Lebens. Neonstreifen in Pink reflektieren im Garten die Reglosigkeit des Wasserspiels und verleihen der Szenerie typische «Akte X»-Qualitäten....