Schatzkiste
Eine der fruchtbarsten Perioden der Merce Cunningham Dance Company waren die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre: Cunningham brillierte als Tänzer, und sein Lebensgefährte, der Komponist und Philosoph John Cage, fuhr noch höchstpersönlich den gemeinsamen VW-Tourbus. Es war die Zeit, in der die Kompanie einige der wohl ikonischsten Werke des zeitgenössischen Tanzes schuf und performte.
Es ist ein Glück, dass der junge Fotograf James Klosty die Kompanie – ein Ensemble höchst individueller Tänzerpersönlichkeiten – zwischen 1967 und 1972 als Chronist mit der Kamera begleitete. In der Einleitung zu seinem bereits 1975 erschienenen Buch «Merce Cunningham» schrieb Klosty, dass – auch wenn der Choreograf gerne mit Musikern und Bildenden Künstlern zusammenarbeitete – die Tänzerinnen und Tänzer doch unleugbar seine «einzig wahren Mitstreiter» waren. Das sollte sich späterhin ändern, und zwar in dem Maße, wie der Altersunterschied zwischen Cunningham und den Tänzern wuchs. Umso wertvoller sind heute die fotografischen Zeitdokumente, die wir Klosty verdanken.
Sinnliche Intensität
Zum Cunningham-Centennial im vergangenen Jahr hat der Fotograf die ursprüngliche Publikation überarbeitet, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2020
Rubrik: Traditionen, Seite 42
von Wendy Perron
Theater zu – keine Oper, kein Schauspiel, kein Tanz? So geschehen Anfang März, als das große Schließmanöver im Zeichen der Corona-Krise begann und weite Teile der Infrastruktur stilllegte. Eilends reagierte die gesamte Kunstszene: Streamings aus der Aufführungskonserve, Streamings aus Wohnzimmern & Küchen, Streamings aus Ballettstudios, Probensälen und Gärten – mit...
Eigentlich läuft das Theater gerade in Zeiten der Krise zur Höchstform auf. Als Ort subversiver Gemeinschaft und kollektiver Selbstvergewisserung, zum Mutfassen und Kraftschöpfen und um mitten in einer unübersichtlichen gesellschaftspolitischen Situation den Blick für besondere Standpunkte zu öffnen und die Gedanken zu schärfen. All das wäre auch jetzt besonders...
Mittendrin in «Kein Ort. Finsternis» (2016), einer allzu lehrbuchhaft geratenen Performance über Depressionen in der Regie von Anne Schneider, mittendrin in einem Bühnengeschehen, das recht statisch daherkommt, da wird Lisa Rykena zu einem unheimlichen Ereignis. Da erzählt sie, ganz ohne Sprache, nur mit ihrem Körper, von den Untiefen, den rauen Brüchen, den...
