Sasha Waltz: «Medea»

Berlin

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Sasha Waltz lässt ihren Plan fallen, die Cherubini-Oper «Medea» von 1797 zu inszenieren. Zu teuer. Stattdessen übergibt ihr Pascal Dusapin zur Uraufführung seine Version der «Medea». Text: Heiner Müller, gespielt auf barocken Instrumenten, was der Vorliebe von Sasha Waltz & Guests für Alte Musik entgegenkommt. Gescheitert sind an Cherubini schon Regieberserker wie Jérôme Savary oder August Everding. Also Dusapin.

Der Franzose, der 1995 mit «To be Sung» für den Lichtkünstler James Turrell berühmt wurde, vertonte damals Gertrude Stein, jetzt Müllers «Medeamaterial» für das Luxemburger Grand Théâtre. Heiner Müllers Forderung, der Text brauche den Naturalismus der Szene, und die spiele «an einem See bei Straußberg, der ein verschlammter Swimming-Pool in Beverly Hills oder die Badeanstalt einer Nervenklinik ist», klingt nach Wasserbecken und Aquarienchoreografie wie bei «Dido & Aeneas», der ersten Oper von Sasha Waltz 2005. Aber nichts da.

Die Szene ist leer, nur Dauerton. Die Tänzer liegen am Boden, jeder den Kopf in den Schenkeln des Vordermanns verborgen, kopflos. Die ineinander gesteckten Leiber formen wie eine Teufelsschlange einen Kreis, der Dusapins Komposition entspricht – als ...

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Tanz August/September 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 76
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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