samir akika
Samir Akika hat sich verändert. Vor mir lümmelt sich kein cooler, unrasierter Youngster rauchend im Stuhl. Akika sitzt pielgerade, durchtrainierter Körper, kurzer Haarschnitt, schöner, leuchtend blauer Pulli und dunkelbraune Hose. Als letztes äußeres Zeichen seiner jugendlichen Lässigkeit sind die Sportschuhe geblieben. Der Choreograf, spezialisiert auf Jugend- und Subkultur, ist erwachsen geworden. Im Alter von 45 Jahren und kurz vor dem Start in ein geregeltes Berufsleben genau der richtige Zeitpunkt.
Der Franzose mit algerischen Wurzeln übernimmt in der kommenden Spielzeit die künstlerische Leitung der Tanzsparte am Theater Bremen. Eine Nachricht, die viele überrascht hat. Der freiheitsliebende Freelancer in festen Strukturen? Der charmante Chaot mit – unterstelltem – Peter-Pan-Syndrom in einer, wie es Pina Bausch vor ihrem ersten und einzigen Engagement in Wuppertal nannte, «solchen Fabrik»? «Der Intendant ist so nett», erklärt der Künstler voller Ernst. Michael Bögerding sei locker und elegant.
Samir Akika ist nicht naiv. Er hat die Vor- und Nachteile eines solchen Engagements durchaus gegeneinander aufgerechnet. Die Nöte des freiberuflichen Daseins mit den existenziellen ...
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Tanz August 2012
Rubrik: menschen, Seite 32
von Bettina Trouwborst
erledigen, wozu man früher zwei Beine brauchte. Man drückt etwas, schon bewegt sich was. Käme ein Mensch heute mit nur zwei Fingern pro Hand zur Welt, er hätte kaum ein Problem. Vielleicht wären diese Finger sogar geschickt genug, irgendwann Löffel, Messer, Gabel zu halten. Für den Rest – Computer, Smartphone, iPad – braucht kein Mensch mehr als zwei Finger. Bei...
Laure Guilbert,
Sie haben im Jahr 2000 eines der wenigen Standardwerke zum Thema «Tanz im Natio-nalsozialismus» herausgebracht: «Danser avec le IIIe Reich». Ihr Buch war nach sechs Jahren vergriffen, 2011 wurde es neu aufgelegt, mit einem zusätzlichen Kapitel zum Thema NS-Geschichte und -Gedächtnis nach 1945. Warum ist Ihnen die tanzwissenschaftliche...
abschied_________
john percival
gehört zum «großen Jahrgang», wie ihn Horst Koegler genannt hat. Eine Woche vor seinem deutschen Kollegen geboren, ist er einen Monat später, am 20. Juni gestorben. Percival war ein in jeder Hinsicht großer Kritiker, dem wir nicht nur die bis dato einzige Cranko-Biografie verdanken, sondern auch ein lesenswertes Buch über Nurejew...
