Salsa an der Nordseeküste
Hamburg: Ein kalter und regnerischer Mittwochabend, Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Macumba, eine beliebte Hamburger Salsatheca liegt in einer kleinen Seitenstraße direkt gegenüber der Staatsoper, der Heimat des Hamburg Ballett von John Neumeier.
Der Club: Die kubanische und die puerto-ricanische Nationalflagge und das Havanna-Club-Emblem zieren zusammen mit ein paar Strohhüten die weiß getünchten Wände. Plastikpalmen säumen die Ecken. An der Wand eine Marienfigur mit Jesuskind, gerahmt von brennenden Kerzen.
Links eine Spiegelwand, auf dem Boden ein fünfzackiger Stern aus silbernem Metall auf der Tanzfläche. Die Beleuchtung: schummrig. Grüne Plastiktische und -stühle erinnern an billiges Terrassenmobiliar. Es riecht nach Aftershave, Reinigungsmitteln, altem Rauch.
Das Publikum: sehr gemischt; viele Schwarze, einige Asiaten, einige Europäer, viele Dunkelhaarige, kaum, wie in manchen Starletdiscos, blonde Frauen. Die Männer haben Gel im Haar, gebügelte Hemden, studiogestählte Muskeln. Viel Fleisch und Haut bei den Frauen, eng sitzende Hüftjeans, Pailletten- und Nietengürtel, ein Kreuz um den Hals. Viele sehen aus, wie man sich in Europa Salsa-Tänzerinnen an der Copacabana ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alles endet, wie es begann: eine ergraute, seltsam alterslose Gesellschaft lagert leblos hingestreckt auf Plastikschalsitzen. Schlaf? Koma? Altersheim? In der jüngsten Produktion des kanadischen Spiritual-Choreografen Benoît Lachambre mit seiner Kompanie par b.l.eux ist die Bühne ein Ort des Versickerns. Leben findet statt als Behauptung. Austausch wird zum...
As the church clock strikes six in Charlottenburg, the sidewalk in front of the Deutsche Oper Berlin is briefly overrun with opera-goers: heels clicking, overcoats billowing, tickets for “Tannhäuser“ in hand. At the rear of the opera house, in what looks like the building‘s poorer cousin, another scene is gathering. Kids in baggy clothing and sneakers mill around...
Jeden Samstagabend kommt «Let’s Dance». Gute, also bis tief in den Mai zu ertragende RTL-Unterhaltung heißt, Kandidaten in eine Zwangssituation zu bringen. Nichts scheint in Deutschland unangenehmer als zu tanzen, und das noch mit echten Tänzern! Schon in der Pilotsendung klagt Soap-Schauspieler Wayne Carpendale über Schulterschmerzen, die No-Angels-Ex Sandy...
